Benjamin Blümchen 017 – Der Skiurlaub
Alte Bewertung: 9 Punkte
„Benjamin Blümchen ist soeben AUFGESTANDEN!“
„Ruhe! So ein Krawall! Ruhe! Das dröhnt ja hier, als wär‘ ein Elefant über uns, Ruhe!“
„Is‘ ja auch, is ja auch!“
Ein Klassiker meiner Kindheit, wurde oft gehört und das garantiert nicht nur im Winter. Aber jetzt passt die Folge ja sogar noch ganz gut. Der Druckfehler auf dem Cover kommt vermutlich dadurch zustande, dass sie mal „auf Skiurlaub“ hieß. Dass man nicht „im“ gewählt hat, liegt wohl daran, dass die Namensähnlichkeit mit Folge 15 ansonsten noch stärker gewesen wäre.
Benjamin weiß nicht, was Skier sind? Dabei hat er Otto doch in Folge 4 einen Skiurlaub versprochen (und offensichtlich nie Wort gehalten, aber vielleicht liegt das daran, dass er es dem Rosenberg-Otto versprochen hat, der ja dann auch recht schnell weg war).
Ottos Schwester dürfte sich so gedisst vorkommen wie Boris Blocksberg – sie kommt einfach nicht mit in den Urlaub und wird nicht mal erwähnt.
Benjamin macht einen auf Elea oder alternativ auch Die drei !!!, nichts gönnen, schlechtes Gewissen machen, reindrängen. „Ich will mich nicht aufdrängen“ – Doch, genau das willst du! Also beschließt Otto einfach, dass Benjamin mitdarf. Was Otto-Mami und Otto-Papi davon halten, scheint keine Rolle zu spielen.
Der Anfang lässt also schon mal einige Federn, aber wie Benjamin falsch singt und dann mit Otto diskutiert („Tiefkühlreh“) und wie Otto und Herr Tierlieb einen Lachanfall kriegen, als Benjamin Ski fahren will, ist schon göttlich.
Dieses Mal gibt es keinen Gepäckwagen für Benjamin wie zwei Folgen zuvor, aber die Diskussion flammt natürlich trotzdem auf. Benjamin will einen Brief an den Bundeselefanten schreiben

und der Erzähler hat auch seinen drolligen Tag („Die Landschaft fliegt vorbei…“).
Barbara Blocksberg und Hufschmied Jahnke als Ottos Eltern ist auch ne interessante Kombi.
Hat Benjamin nicht gerade eine Folge vorher noch moniert, dass er es leid ist, aufs Dach geschnallt zu werden? Hier passiert es dann tatsächlich mal und er scheint als lebendiger Scheibenwischer durchaus nicht unglücklich zu sein. Da hat man die Folgen möglicherweise in der falschen Reihenfolge veröffentlicht.
Ich finde es ganz süß, dass sich zur Abwechslung mal über Benjamin gefreut wird.
Die Szene im Ski-Geschäft ist auch klasse, wie Benjamin „ganz vorsichtig“ auf die Skier steigt
„Morgen früh geht’s los, Otto, ja?“ – „Klar, ganz, ganz früh!“ – „Wie früh?“ – „Na, um 7!“ – „Na, so früh hab‘ ich auch wieder nicht gemeint…“
Die Aufsteh-Szene ist natürlich legendär und dann das „Benjamin und Otto schlüpfen schnell in ihre schicken Skisachen“, an dem der Erzähler so verzweifelt… absolute Kult-Momente.
Das Kind mit der Mami, die sich „immer so anstellt, wenn sie Elumpanten sieht“ ist auch einfach grandios, wie trocken es auf die Ohnmacht reagiert.
Benjamin langweilt sich nie? Dafür ist ihm am Anfang einer Geschichte aber oft langweilig und zuletzt hatte er sogar Langeweile im Italien-Urlaub.
Schön, wie Ottos Mutter versucht, Benjamin die Angst vorm Skifahren zu nehmen und Benjamin nach der Kneif-Attacke von Ottos Vater (also echt!) selbst darauf kommt, wie er fahren muss. Guter Lernmoment für die Zuhörer, der nicht aufdringlich wirkt.
Wie in Folge 15 kommt es auch hier im Finale zu einer Katastrophe, dieses Mal in Form einer Lawine, die wirklich stark inszeniert ist und sogar noch größere Auswirkungen hat als der Badeunfall von Peter.
Benjamins Idee gefällt mir richtig gut, wie er von selbst mitdenkt und schnell eine Lösung für das Luftproblem findet. Dass Karla plötzlich einfach in den Alpen auftaucht, ist ein wenig sonderbar, aber ihr Auftritt rundet die Folge gut ab.
Was soll ich sagen, ich finde die Folge immer noch so klasse wie damals, am Anfang muss man kurz leichte Abstriche machen, danach überzeugt sie auf ganzer Linie, bietet viele tolle und erinnerungswürdige Stellen, macht Spaß und hat am Ende noch ein wenig Dramatik.
Viel besser geht’s nicht und deshalb stocke ich auf: Volle Punktzahl!
10/10