Ein Null-Fall ist imho so gut wie nie okay. Jedenfalls fällt mir gerade kein positives Beispiel ein. Man fühlt sich dann eigentlich immer nur verhonepipelt
Das leere Grab bietet ja immerhin einen Fall
Verbrechen im Nichts natürlich streng genommen allerdings auch und Poltergeist ebenso, von daher muss man den Begriff auf jeden Fall etwas erweitert betrachten. Bei den drei !!! und den Fünf Freunden gibt es solche Nicht-Fälle eher.
Das stimmt, da kann man unterschiedliche Definitionen anlegen.
Ist ein Null-Fall etwas, wo überhaupt nichts gewesen ist, wo ein vorhandener Fall nicht so groß war, wie er zunächst aussah oder wo es einfach eine gewisse Enttäuschung bzw. ein Ungleichgewicht zwischen Erwartung und Realität gab?
Für mich wäre ein Null-Fall eine Geschichte, die sich schlussendlich als nur geträumt herausstellt. Ich hätte dann den Eindruck "wozu habe ich das denn nun gelesen".
Auch ist für mich ein Null-Fall dann gegeben, wenn man eine gewisse Art Verbrechen erwartet, und zum Schluss gibt es gar keins. Bei Tkkg bspw. 2 - Der blinde Hellseher - ein Junge wurde entführt, aber es stellt sich heraus, er hat die Entführung vorgetäuscht, da er wissen wollte, ob seine Eltern Lösegeld für ihn zahlen. Oder Tkkg - Die blauen Schafe - Schachbeschädigung (blaue Schafe), und dann war es wieder der Sohn, der sich an seinem Vater rächen wollte.
Beim blinden Hellseher ist etwas kurioses passiert: Früher habe ich die Folge auch als Nicht-Fall betrachtet. Es fehlte quasi etwas und das ging ja anscheinend vielen mit diesem Fall so. Beim Wiederhören als Erwachsener finde ich die Folge allerdings ziemlich gut. TKKG-untypisch, aber die Geschichte ist nicht schlecht. Es werden da viele Dinge bzgl. der TKKG-Welt ausgebaut.
Ich finde sie halt nach wie vor völlig ziellos. Man verdächtigt einfach aus dem Stehgreif heraus irgendwelche Leute und beschattet sie und denkt sich irgendwann, hm, joa, vielleicht liegen wir doch falsch, um am Ende die Lösung auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Gut, hier kann man natürlich argumentieren, dass es Folge 2 ist und die Detektive noch nicht lange im Business sind, aber in den anderen Klassikern stellen sie sich ja auch weitaus schlauer an.
Von der Ermittlungsstringenz her hat die Folge auf jeden Fall Defizite. Das Interessante ist aber der Charakter von Volker Krause, sein Verhältnis zu Tarzan und sein familiärer Hintergrund. Wenn ich heute etwas an der Folge kritisieren müsste, wäre es höchstens das etwas abrupte Happy End.
Auch wenn das hier eher der DDF-Bereich ist: Als Kind war ich vom "blinden Hellseher" aufgrund der Auflösung massiv enttäuscht, solche "Null-Fälle" mochte ich damals überhaupt nicht. Inzwischen sehe ich zum einen das Alleinstellungsmerkmal, dass kein wirkliches Verbrechen begangen wird, was bei TKKG eher unüblich ist, und zum anderen Volkers persönlichen Hintergrund bzw. die durch meinen Büchermarathon manifestierte, theoretische Möglichkeit, dass er der erste und einzige Ehemalige in der Bande ist.
Bei DDF finde ich auch den Fruchtgummischatz inzwischen immerhin okay, da zumindest die Atmo sehr gelungen ist.
Dass man ihn auch als Trotzreaktion an Folgen wie "Straße des Grauens" betrachten könnte, geschenkt.
Ja, die Fruchtgummifolge fiel mir da auch direkt ein. Ansonsten würde ich evtl. auch dasGespensterschoss dazu zählen. Letztlich gibt es in dieser Folge keinerlei richtiges Verbrechen irgendeiner Art, hächstens Pflegen einer falschen Identität und Vortäuschung des eigenen Todes, und ich bin skeptisch ob etwas davon tatsächlich (vor allem in den USA der 60er JAhre) strafbar ist.
Ja, bei DDA fallen mir da direkt auch mehrere Folgen ein, z.b. Folge 11 (die mit Maries Mutter) und Folge 16 (Die Valentinstags-Episode).
Auch bei den FF gab es das durchaus häufiger. Spontan fällt mir hier die "Blaues Wunder"-Folge ein.
__________________ Und jetzt erstmal ein Hörspiel hören!
Also, wenn man mal über das Wort "Null-Fall" nachdenkt, schreit das ja irgendwie nach "ein Fall, der sich als kein Fall herausstellt". Also ein Fall, bei dem die ganze Zeit davon ausgegangen wird, dass es ein Verbrechen gibt, es aber gar keins gibt.
__________________ Ich möchte bitte in Zukunft mit den Pronomen dey/denen angesprochen werden:
Beispielsätze:
Dey hat das Telefon abgehoben.
Ist das deren Hund?
Ich bin denen erst kürzlich begegnet.
Ich verstehe dey so gut.