Folge 1: Der Elefantengott
Ich finde, diese Folge ist ein gelungener Einstieg in die Serie, auch wenn ich mir mehr Vorgeschichte gewünscht hätte.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Man sieht alle drei Hauptcharaktere und die Höhlen unter Altenberg, die ebenfalls in der Serie eine tragende Rolle spielen (und die man eventuell auch schon aus dem Bibi Blocksberg Film kennt). Durch das Orange wirkt das Cover, trotz der kalten und eher dunklen Höhlen, freundlich und warm. Und ich verbinde Indien und den Hinduismus dadurch mit der Farbe Orange

(Die Farbe hat aber sogar verschiedene Bedeutungen im Hinduismus)
Der Titel weist darauf hin, dass der Hinduismus und eventuell auch Indien eine Rolle in dieser Serie spielen. Allerdings ist spielt der Hinduismus eigentlich nur in dieser Folge eine Rolle, während Indien bzw. die indische Kultur, vor allem indisches Essen, öfter ein Thema oder Teil der Handlung sind und damit auch insgesamt Teil der Serie sind.
Die Informationen zur Vorgeschichte, die gegeben werden, sind gut in die Handlung eingebettet, so dass sie ihren Fluss nicht stören.
Den Einstieg direkt am ersten Schultag finde ich sehr gut. Er ist sehr aufschlussreich über Eleas aktuelle Situation, inklusive des Umgangs ihrer Mitschüler*innen damit. Dass die Hauptfigur nicht super beliebt ist, ist mal etwas anderes, besonders bei den großen Kiddinx-Hörspielen. Gleichzeitig ist sie aber auch nicht die "andersartige Außenseiterin", die niemand außer ihrer besten Freundin oder so versteht, wie es sonst meist als Gegenpart dazu der Fall ist. Sondern sie wird aufgrund dessen, dass die anderen nicht wissen, wie sie mit ihr umgehen sollen, nachdem ihre Eltern gestorben sind und sie nun querschnittsgelähmt ist, zur Außenseiterin und bekommt auch echt schlimme, gemeine Sätze zu hören. Diese Anlegung der Figur finde ich super.
Auch die darauffolgende Szene in der Klasse, als Ravi neu dazu stößt, gefällt mir sehr. Auch hier ist die Hörspielwelt nicht glatt gebügelt. Besonders grandios finde ich, wie Ravi Quirin Bartels kontert und seine Vorurteile widerlegt. Die Szene klingt auch ein bisschen lustig, auch die Mitschüler*innen lachen, aber Ravi macht deutlich, dass es sich um keinen Spaß handelt.
Überhaupt nicht gut finde ich allerdings, dass der "Schokotyp" unkommentiert stehen bleibt.
Schade nur, dass Ravis Ergebnis der quadratischen Gleichung falsch ist, aber innerhalb der Geschichte richtig ist. Wobei ich mich auch ein bisschen frage, ob das Ergebnis falsch sein sollte und dann denen, die das merken, dadurch auffallen soll, wie sehr Bartels nun neben der Spur ist und wie souverän sich Ravi geben kann

Aber ich denke nicht. (Es wurde ja auch in der Neuauflage von Kiddinx geändert. Aber vielleiiicht auch nur, weil es niemand verstanden hat :P ) Ich habe die Gleichungen auf jeden Fall sofort nachgerechnet, als wir quadratische Gleichungen in der Schule hatten und dachte damals, es läge an mir. Später habe ich sie nicht nochmal ausgerechnet.
Dass später in der Buchhandlung eine Frau nach dem Bestseller "Dumme weiße Männer fragt", finde ich lustig. Früher habe ich allerdings immer "Dummerweise Männer" verstanden.
Die Szene in der Buchhandlung hat, finde ich, eine sehr angenehme Atmosphäre und sie bildet einen schönen Gegenpol nach der Schule. Ich finde es cool, dass wir Opi Kopi dort gleich so schwungvoll und energiegeladen kennen lernen. Und gut, dass Elea gegenüber der Kundin, die sie als "armes Mädchen im Rollstuhl" bezeichnet, klarstellt, dass sie nicht arm ist. Dies ist einerseits auch eine Botschaft an die Hörer*innen, andererseits zeigt es Eleas Stärke, für sich einzustehen und nicht einfach über etwas hinweg zu hören.
Als dann Ravi in die Buchhandlung und anschließend in die Wohnung kommt, finde ich es cool, dass Ezechiel sich sofort auf ihn stürzt, so dass Ravi sofort von Ezechiels Existenz erfährt. Es gibt dadurch kein sich ziehendes Versteckspiel, das ohnehin irgendwann aufgelöst wird.
Auch die Szene im Taj Mahal hat für mich eine sehr angenehme und gemütliche Atmosphäre. Obwohl ich es mir dort aufgrund der andauernden Renovierungsarbeiten noch gar nicht so gemütlich vorstelle.
Als ich das erste Mal indisch essen war, habe ich Aloo Gobi gegessen und es hat mich auch positiv überrascht. Vorher habe ich es mir eigentlich auch eher nicht so gut vorgestellt, also einfach ziemlich langweilig, als bloße Kartoffeln mit bloßem Blumenkohl. Aber ich habe Ravi vertraut und wurde nicht enttäuscht.
Schade finde ich neben der falschen Lösung der mathematischen Gleichung auch, dass die Geschichten des Ganesha einmal ein bisschen falsch erzählt wird. Und ziemlich krass finde ich, dass Rasheed sich Sorgen aufgrund eines abgebrochenen Stoßzahns des Ganeshas macht (und der andere ist heile), der auch repariert wird, obwohl der Ganesha eigentlich immer einen abgebrochenen Stoßzahn hat. Da erwarte ich wirklich mehr Recherche! (Dass man, wenn man das weiß, merken soll, dass die Rajagopalas eigentlich gar keine Ahnung vom Ganesha haben, glaube ich nicht. Dafür müssten sie ihren Glauben zu sehr spielen

)
Generell werden Ravis Eltern sehr klischeehaft dargestellt und auch ihr Akzent ist sehr nachgemacht, was ich ziemlich daneben finde und sich auf die ganze Serie bezieht.
Das Durcheinander auf der Polizeistation, als Familie Rajagopala eine Anzeige bezüglich des verschwundenen Ganeshas aufgibt, finde ich sehr lustig. Vor allem, dass sich die Beteiligten immer noch streiten, als Wachtmeister Selig von seinem Besuch bei Opi Kopi wieder kommt.
Zuvor findet jedoch der Schachwettbewerb statt. Ich finde es schön, dass Ravi gegen Quirin Bartels gewinnt, aber das ist auch sehr vorhersehbar. Abgesehen davon, dass Quirin Bartels nochmal seinen Rassismus raushaut, hat die Szene für mich allerdings keine Bedeutung. Ich mag sie gerne, aber man hätte sie, finde ich, auch streichen können.
Eine tragende Rolle für die Geschichte ist jedoch der Ausflug nach Arambolien. Für mich ist dieser Teil der Geschichte immer etwas schwummrig, so wie ein Traum. Wahrscheinlich, weil Arambolien als TRAUMland so hervorgehoben wird und weil Ravi den Ausflug abrupt beenden kann, so, als ob er luzide träumt und bewusst aufwacht. Außerdem wirkt alles etwas unwirklich: Ravi auf den Eulos (ein richtig guter Name für die Währung), Elea und Ravi sind plötzlich Prinz und Prinzessin, der Traumpalazzo/ Kristallpalast, der geschmückte rosa Elefant und die Zeremonie. Zudem tragen für mich die Stille am Meer, abgesehen von den Wellen, und die hallenden Stimmen im Traumpalazzo zu der Traumstimmung bei.
Die Eröffnung des Taj Mahals bildet einen schönen Abschluss der Folge.
Eine zwar eigentlich wirklich tolle Folge, der ich aber aufgrund der Fehler, aber trotz der schlechten Alterung, da ich die Folge im Kontext ihrer Zeit bewerte, 9 Punkte gebe.