Ein neues Spiel ist der letzte Schrei und auch Skipper ist Feuer und Flamme dafür, vor allem, weil das Spiel ihren Namen trägt. Doch obwohl Barbie und Ken sie vor dem Schneeball-System warnen, zahlt Skipper die Teilnahmegebühr und löst damit selbst eine Kettenreaktion der negativen Ereignisse aus.
Ich finde das Thema Glücksspiel wird in dieser Folge für die Zielgruppe gut erklärt, vor allem, weil ich in dieser Serie wirklich nicht damit gerechnet hätte. Bei TKKG ist das zwar öfter Thema, aber da geht es oft mehr um die Folgen oder es wird nur an der Oberfläche gekratzt. Hier hingegen wird erklärt, was es mit Gewinnchancen auf sich hat, wie leicht man von anderen zur Teilnahme beeinflusst wird und wie eigentlich Lotto funktioniert (Das habe ich mich als Kind auch gefragt.) Gerade diese "Wer nicht mitmacht, ist dumm"-Mentalität wird hier schön auseinander genommen.
Skipper wird zwar von Barbie und Ken gewarnt, kann der Versuchung aber doch nicht widerstehen. "Wer nicht hören will, muss fühlen" und so sieht sich Skipper damit konfrontiert, dass plötzlich das Geld für den geplanten Urlaub fehlt. Ungewöhnlich aber realistisch, dass Barbie und Ken die Kosten nicht einfach übernehmen, sondern zugeben, dass auch sie nicht auf Rosen gebettet sind (Wie viel verdient Barbie eigentlich als Modell?

)
Durch die Geschichte mit dem Tennis-Club spitzt sich die Situation dann nochmal zu. Interessant, dass der Vater von Melanie vor allem Skipper in der Verantwortung sieht und sich das Geld nicht von demjenigen wiederholen will, dem Melanie das Geld gegeben hat. Aber es stimmt schon: Wenn Skipper das Spiel bei Schutzbefohlenen in den höchsten Tönen angepriesen hat, trägt sie moralisch gesehen eine Mitschuld. Trotzdem habe ich das Gefühl, der Vater macht es sich da etwas einfach, aber es ist halt auch eine komplizierte Situation.
Ich finde es gut, dass Skipper sich einen Aushilfsjob suchen will, um das Geld wieder zusammen zu bekommen. Nicht nur Trübsal blasen, sondern aktiv werden! Ob es den wirklich unangenehmen Anruf von dem älteren Herren gebraucht hätte? Bestimmt nicht, zumal seine Avancen einer Minderjährigen gegenüber nicht entsprechend eingeordnet werden, sondern bloß weggelacht werden. Dann sollte man den Teil vielleicht doch lieber ganz weglassen.
Betty, die Journalistin (ich musste so lachen, als sie mit genau diesen Worten ganz zu Anfang eingeführt wurde...) hat dann die rettende Lösung parat: Skipper soll einen Artikel für die Zeitung über ihre Erlebnisse schreiben und so andere davor warnen, denselben Fehler zu begehen. Das ist ein guter Kniff, damit Skipper doch noch aktiv an ihrer Situation etwas ändern kann und gleichzeitig Verantwortung übernimmt. Dass der Artikel ohne ihren Namen veröffentlicht wird und warum das für sie gut ist, ist ebenfalls ein lehrreicher Moment.
Die Sprecher:innen sind alle super. Verena Großer als Skipper steht natürlich im Mittelpunkt, aber ich habe mich auch über Alexandra Doerk (Julia) und Claudia Schermutzki (Stefanie) gefreut (
@HildaW, bin mir sehr sicher, dass du sie richtig erkannt hast).
Die Folge behandelt viele Themen, die so eher selten in Kinderhörspielen auftauchen. Sie ist über weite Strecken dennoch unterhaltsam, rutscht aber hier und da schon mal in Erklärmonologe mit erhobenem Zeigefinger ab. Der Hörspaß hält sich für mich ein bisschen in Grenzen, einfach weil mir hier vielleicht ein bisschen die Momente fehlen, in denen die Figuren selber Spaß haben.
7 von 10 Punkten