So, einmal insbesondere für
@Basti
Geringfügig angepasste Rezension, größtenteils zum Zeitpunkt der VÖ:
Vorwort: Ich kenne das Buch. Selten habe ich so einen unlogischen, und auch noch schlecht verfassten Blödsinn gelesen. Ich wäre gerne, sehr gerne ohne Spoiler in die Rezension gegangen. Leider ist das hier so gut wie unmöglich, jedenfalls wenn man begründen will, warum die Geschichte so abgrundtief schlecht ist.
Meistercutter Minninger, der seit Folge 61 die Hörspiele aus den Buchvorlagen zurechtschnippelt, feiert sein Comeback. Die Pause von insgesamt 73 Folgen tat sehr gut. Ihm selbst offenbar nicht. Marx' Comeback-Werk (Die Spur des Spielers) wurde zum seinem besten Werk. Minningers Comeback-Werk zu seinem schlechtestem. Was für ein Trauerspiel.
SPOILERWARNUNG!
Mit dieser Folge endet der Aufwärtstrend der Serie (Folge 173-179, alle Folgen 4 Sterne) - mit einem vor Logiklöchern und unnötigen Szenen triefenden Werk! Fangen wir mal an:
1. Erst mal die Nebensächlichkeiten: Keine ausgespielte Titelmelodie, nicht mal eine Endmelodie. Hallo?
2. Der direkte Einstieg. Welch eine Blödsinnigkeit, Blacky krächzen zu lassen, wenn Justus und Bob gerade über eine Leiche stolpern und dem Hörer die Echtheit der Szene suggeriert werden soll. Überhaupt ist es eine dieser Einleitungssequenzen, die bei jedem anderen Autor sofort der Schere zum Opfer fallen. Warum? Weil sie für die Geschichte null Relevanz haben. Und das hier bietet auch keinen Mehrwert, es ist Clickbait zum Hören. Rauskürzen!
3. Das Gerede über den Kirschkuchen und Skinny Norris. Wie unauffällig. Rauskürzen!
4. Skinny legt DDF eine Spur, die sie nicht mal bemerken? (In the Middle of the Night). Und Peter nimmt den Walkman nur mit, weil er dieses Hammerlied hört? Was ist denn, wenn es ein richtig schlechtes Lied gewesen wäre? Nach eigener Aussage hätte Peter den Walkman dann ins Fitnessstudio gebracht und der ganze Plan hätte nicht funktioniert.
5. Ganz nebenbei: Ein Teenager hat einen Walkman (!) mit Aufnahmefunktion (!), hört gerne alte Musik (!), okay. Sehr konstruiert, aber weiter: Sie geht in ein Fitnessstudio und ist alt genug um zu wissen, dass sie eine Einverständniserklärung ihrer Eltern braucht (!), da ist ein Fitness-Trainer, der alte Walkmans mag (!), zufälligerweise auch noch den selben Musikgeschmack hat (!) und laut betont, er hat sich das Stück bis zum Schluss angehört? Sind DDF jetzt plötzlich total verblödet? Das alles wäre nicht nötig gewesen, Herr Minninger, wenn Sie einfach die Bezeichnung "MP3-Player" gewählt hätten!
6. Warum zum Kuckuck fahren DDF sofort nach Mexiko, ohne mal nachzudenken? Was ist mit
6.1 Eltern von Bianca ausfindig machen
6.2 ein paar Sachen einpacken (DDF merken erst in der Hütte, dass sie nichts zu essen haben?!)
6.3 Eltern von Peter und Bob / Tante und Onkel von Justus informieren und
6.4 Handy aufladen?
7. Andreas Fröhlichs Vokabular ist hier unter aller Sau. Seit wann sagt Bob denn: "Boah, ist die Hütte abgerockt?" Ich dachte, ich hör nicht richtig!
8. Bestimmt die Hälfte der Spielzeit verbringen DDF in der Hütte. Kürzungspotenzial gefällig? Sehr gern!
8.1: Die ganze Spinnenszene von vorne bis hinten. Wird auch im Buch breit getreten und hat für die Geschichte - und nicht mal fürs Finale, wo die Spinne ja noch nützlich hätte sein können - 0,0 Relevanz. Einfach nur nervig und peinlich. Raus damit!
8.2: Der pinkelnde Idiot. Hat ebenfalls nichts, rein gar nichts mit der Story zu tun, wird von Andreas Fröhlich sogar noch abgefeiert. Raus!
8.3: Das Finden der zwei anderen Puppen erst am nächsten Morgen. Das muss man an die Nacht verlegen, wo Peter Puppe 1 findet, damit wäre mal ein wenig Schwung in die Sache gekommen.
8.4: DDFs Versuche, die Texte in eine richtige Reihenfolge zu bringen, ziehen sich enorm. Kürzungsvorschlag: Erzähler: "Es dauerte seine Zeit, doch schließlich hatten DDF es geschafft..."
8.5: Überhaupt: Warum sollte ein entführtes Mädchen noch die Intelligenz besitzen, die Nachrichten häppchenweise und so zu platzieren, dass das Ganze richtig abgespielt Sinn macht? EINE Nachricht auf EINER Puppe hätte doch gereicht! Und es ist überhaupt Blödsinn, dass sich jemand zufällig in die Hütte verirrt, dann zufällig dort übernachtet, dann zufällig die Puppen findet, zufällig Lust auf Entschlüsselung hat und zufällig alles richtig deutet. Spätestens hier hätte ich gesagt, DDF sind wirklich, wirklich dämlich.
9. Wie genau kommt Justus darauf, dass ausgerechnet in den Batterien Drogen versteckt sind? Darauf gibt es überhaupt keinen Hinweis. Zudem: Eine viel größere Menge könnte man in den Puppen selbst schmuggeln. Dadurch, dass die Drogen in den Batterien sind, ist es auch - korrigiert mich, wenn ich das falsch einschätze - relativ unrealistisch, an der Grenze erwischt zu werden. Wie Justus sagte: "Sehr unauffällig!"
Und man sollte hier beachten: Skinny bittet DDF NICHT um Hilfe, im Gegenteil, er hätte sie eiskalt ins Messer laufen lassen, wenn er befürchtet, selbst erwischt zu werden! Und Justus belohnt ihn auch noch dafür! Ich fasse es nicht!
10. Warum ist Skinny dabei? Richtig: Nur, um ihn mal wieder auftauchen zu lassen. Das muss nicht sein.
11. Justus bezeichnet Skinny und Michael Romper als dumme Kleinganoven. Aber die sind in der Lage, diesen total genialen ganzen Plan auszutüfteln?
[...]
Die Liste könnte man wahrscheinlich noch beliebig ergänzen, aber sei's drum. Was sollte man jetzt noch hinzufügen? Das Ganze ist eine von vorne bis hinten produzierte Katastrophe, völlig sinnfrei, peinlich und der Plot hätte in 20 Minuten erzählt werden können.
Ein paar Worte zum Drumherum der Produktion: Die Folgen 177-179 fielen sehr (wie schon die Folge 172) durch ihren eigenständigen Soundtrack auf. Der fehlt hier. Man setzt hauptsächlich auf Altbewährtes, leider jedoch nichts aus den Folgen vor dem Rechtsstreit, sondern aus den letzten 20 Folgen ca. Das passt eigentlich ganz gut.
Die Gangster sind komplett eindimensional, ansonsten gibt es ja keine Sprecher in dieser Folge. Die Hauptsprecher machen gute Miene zum bösen Spiel. Peters Anfall in der Hütte ist schauspielerisch grandios, auch wenn er leider, leider rein überhaupt gar nichts mit der Story zu tun hat. Michael Harck klingt als Skinny leider jünger als die Detektive, was nicht passen mag.
Die Atmosphäre ist schwach, weil ganz Mexiko auf Armut und eine einsame Wellblechhütte reduziert wird.
Am Ende gibt es keinen Grund, über mehr als einen Punkt nachzudenken. Die Folge tut einfach nur weh. Setzen, 6.