Benjamin Blümchen 132 – Das Seifenkistenrennen
„Woher weißt du das denn?“
„Ein bisschen was wissen Elefanten eben auch mal, Stella!“
Tatsächlich habe ich in den letzten Jahren immer mal wieder damit geliebäugelt, mir die Folge mal anzuhören, von den neueren Folgen klang sie gar nicht so übel und Mobbing bei Benjamin Blümchen, da war ich schon gespannt, wie man das umsetzt.
Nun ja, was das angeht, muss man wenig überraschend kleine Brötchen backen. Ich finde aber schon die Ausgangssituation sehr konstruiert – bis Otto übernimmt, ist die Stafette vorne und dann ist er so langsam, dass sie noch Letzte werden? Na ja…
Wieso hat Moritz eigentlich nicht seinen Kumpel gewählt, wenn der so toll ist und Otto überholt? Das erfahren wir wohl nicht.
Ottos Selbstwertgefühl ist jedenfalls erstmal völlig im Eimer. Erstaunlich, dass Stella in der Lage ist, die Niederlage nicht so schlimm zu finden

Benjamin reagiert ziemlich zahm auf die Anfeindungen, früher hätte er da entschiedener widersprochen, hier wirkt er recht hilflos. „Lahme Ente“ ist aber auch echt gemein!
Benjamin meint, er wäre schneller als Otto. Aha – wer hat denn in der 104 doppelt so lang zur Straßenlaterne gebraucht wie die Superkids?
„Dafür bist du klüger und geschickter“ – Oh je, wenn Moritz und Niklas bei der nächsten Arbeit und beim Handwerkskurs ebenfalls besser abschneiden als Otto, dann ist alles aus
Dann geht es aber so weiter wie bei vielen Wettkampf-Folgen: Bauen, werkeln, vorbereiten. Jetzt hat man mit den Mobbern schon mal einen neuen Ansatz und lässt das so versacken. Und dann lässt man nicht mal einfließen, dass Moritz und Niklas Otto herausfordern, was den Lösungsansatz von Karla irgendwie fragwürdig erscheinen lässt (Motto: „Du kannst zwar nicht so schnell laufen, aber probiers mal mit einer Seifenkiste, vielleicht klappt das ja besser“) – anstatt dass man die Mobber in die Schranken weist.
Richtig witzig finde ich aber, wie Stella bei Ottos Unfall oberlehrerhaft klugscheißert und Otto sie dafür anpampt, was Stella voll auf die Palme bringt
Es scheint nicht Stellas Tag zu sein, denn kurz darauf wird sie auch von Benjamin angeschnauzt, der sich nach 32 Folgen, in denen er sich stark zurückgenommen hat, endlich mal gegen Miss Perfect zur Wehr setzt
Stella versucht zwar, sich ihre Verstimmung darüber nicht anmerken zu lassen und weiter die Unnahbare zu spielen – „Ach ja?“ – aber ihre Fassade hat definitiv einen Knacks bekommen. Da ist es nur folgerichtig, dass sie zwei Folgen später endlich abdüst
Weil dem Autor auffällt, dass ein bisschen Konkurrenzkampf nicht schaden kann, sind wenig später wieder Moritz und Niklas am Start, die leider immer noch nicht von Benjamin einmal durch die Luft geschleudert werden. Stattdessen hecken die Jungs offenbar irgendwas aus. Wow, wie… innovativ!
Wenn schon nicht gegenüber den Mobbern, dann ist Benjamin wenigstens gegenüber seinen Freunden bissig drauf hier. Karla findet den Himmel schön blau und Benjamin ganz trocken: „Sehen wir selber!“. Lässt da ein Autor unterschwellig seine aufgestauten Aggressionen raus, weil er nicht mehr das schreiben darf, was er gerne schreiben würde?
Niklas hat einen Kanister dabei und ich so „What? Der will Otto abfackeln? Das ist ja mal ne Idee!“ – Nee, einen Kanister mit Milch. Woah, krasser Gangster! Milch! Das gibt erstmal -500 Aura! (Sorry, ich wollte das einfach mal irgendwo anbringen, man muss ja mit der Zeit gehen

).
Das Finale finde ich dann tatsächlich echt spannend gemacht. Niklas wird zum Pistenteufel, Benjamin kapiert zu spät, versucht, das Rennen abzubrechen, schafft es aber nicht und Otto fährt los. Man holt schon das Bestmögliche aus diesem ausgelutschten Wettkampf-Plot raus.
Schon witzig, wie Moritz und Niklas sich selbst ein Ei legen, weil Otto die Seife zu seinem Vorteil nutzt

Am Ende hätte man besser rausarbeiten können, dass Otto die Sache auf sich beruhen lässt, weil er Niklas und Moritz eine Chance geben will, sich zu bessern, aber na ja.
Witzig finde ich noch, wie Otto sich am Ende „vor allem bei Benjamin“ bedankt

Stellas Abgang stand wohl schon fest

(Mich würde ja sehr interessieren, wie man das damals intern kommuniziert hat, dass man sie raushaben will).
Eine wirklich stabile Folge, die sich im Verlauf zunehmend steigern kann und die mich zum Ende hin sogar ziemlich stark abgeholt hat. Das Dialogbuch ist wieder deutlich stärker als zuletzt, die kindlichen Dialoge halten sich im Rahmen und Karla ist auch nicht ganz so präsent. Nach drei schwachen Folgen hier wieder ein Lichtblick.
7/10