Benjamin Blümchen 118 – auf der Baustelle
„Ob dieses Gerüst für dicke Elefanten gemacht ist?“
„Kein Problem, ich bin ja nicht dick!“
Eine Folge, die ich definitiv schon mal gehört habe und die ich sogar noch einigermaßen im Kopf habe (ein klarer Hinweis darauf, dass uns die nächste handlungsarme Folge bevorsteht). Das Thema reizt mich ehrlich gesagt gar nicht, mal sehen, wie viele Punkte es letztendlich werden. Ich glaube fest daran, die 0-Punkte-Folgen nun hinter mir zu haben.
Die Stellinis machen es wie der Zoo: Wenn eine Person ausfällt, dann muss halt das Kind ran. Obwohl man ihnen die Bude einrennt, weil das Eis ja sooo köstlich ist, haben sie offenbar keine weiteren Angestellten. Ehrlich, ich kenne keine Eisdiele, die das so macht. Eigentlich wäre eine Hilfskraft, über die immer nur gesprochen wird, die aber nie selber spricht, doch ein netter Running Gag. Die Mühlenhofbäuerin lässt grüßen
Leider währt die Idylle nicht lange, weil es durch das kaputte Dach durch gleich zwei Stockwerke regnet. Äh, innerhalb von fünf Minuten? Es hat doch gerade erst angefangen zu regnen! Im ersten Stock, okay, aber wie schnell ist das Wasser bitte ins Erdgeschoss gekommen?
Noch wilder wird es dann, als der Bürgermeister den Stellinis drei Tage für die Renovierung gibt. Jaja, es braucht mal wieder Zeitdruck, damit es spannender ist, aber sorry… dafür wurde die Justiz erfunden. Ich weiß, Neustadt hat seine eigenen Gesetze und niemand würde je auf die Idee kommen, jemand anderen zu verklagen, aber… hätte man da nicht was Glaubwürdigeres finden können?
Natürlich müssen es die Neustädter mal wieder richten, die selbstredend alle eine halbe Baustelle zu Hause haben und ihren Kram dem Elefanten gerne in den Rüssel drücken. Und natürlich hat Karl Zeit. Die Quatschmaschine kann ja auch seine Arbeit im Zoo machen. Mama Stellini wird ans Meer abgeschoben und sie freut sich, dass ihre kleine Stella mal so richtig schuften kann. Lustig übrigens, dass Benjamin und Co. es mit der Renovierung nicht allzu eilig haben. Am ersten Tag der Drei-Tage-Frist machen sie nämlich gar nichts
Dafür sind sie am nächsten Tag schon ganz früh auf den Beinen und wirken dabei auch noch so ekelhaft motiviert. Was stimmt denn nicht mit denen? (Rein rhetorische Frage, ich weiß es schon: Alles!).
Nächster Kritikpunkt: Die Konfrontation mit Paul Protz, der erst sehr nett ist und sogar Gratis-Eis verteilt. Benjamin probiert das Eis nicht mal und sagt gleich, dass die Stellinis das beste Eis haben. Und das weiß er woher genau?
Ach so ja, Überheblichkeit und Qualität der Waren gehen ja in Neustadt Hand in Hand miteinander. So viel zum Thema Toleranz.
Bis hierhin ist ja trotzdem noch alles im Rahmen, aber als Otto es schafft, das berühmte Bob der Baumeister-Zitat „Jo, wir schaffen das“ falsch wiederzugeben, da ist das Fass einfach übergelaufen. Wie wenig Mühe kann man sich bitte geben?
Offenbar geht es – mal wieder – nicht ohne Sabotage, damit zumindest ein wenig mehr passiert als nur „How to: Noch schneller renovieren als Tine Wittler“. Wer bloß dahintersteckt? Großes Rätsel!
Ein Rätsel, das Benjamin und Karl ganz investigativ lösen können, weil Paul Protz so selten dämlich ist, die ganze Zeit vor der Baustelle herumzulungern und sein Geblubbere anzupreisen, das genauso aussieht und genauso blubbert wie der Mörtel, der das nicht tun sollte. Fragt sich nur für wen Protz da steht, denn andere Passanten hört man irgendwie nicht.
Leider fangen die Bauarbeiter dann auch noch an zu singen. Och nö. So langsam kommt wirklich alles zusammen…
Die kleine Unterhaltung zwischen Benjamin und Stella, in der Stella anfängt, am Erfolg der Sache zu zweifeln, gefällt mir allerdings ironiefrei ziemlich gut. Es macht sie mal ein wenig nahbarer. Ich finde auch, wenn Otto mal nicht dabei ist, ist Stella fast so etwas wie erträglich. Deshalb gefällt mir auch die Szene, als Benjamin und Stella Paul Protz mit dem Schlüssel konfrontieren.
Herr Protz arbeitet also jetzt gegen sich selber und wird ein lieber Mensch (wer hätte das geahnt?). Mit einem Mann mehr laufen die Arbeiten natürlich wie geschmiert und alles geht ratzfatz. Da hinterfragt auch keiner, warum zwei maximal 10-jährige Kinder mindestens 11 Stunden (Beginn: 7 Uhr, Ende: frühestens 18 Uhr, eher später) am Tag auf einer Baustelle arbeiten dürfen.
Weil der Putz noch nicht trocken ist, pustet Benjamin drei Mal und der Putz ist trocken. Ist klar. Erstaunlich, dass dabei das Haus nicht wegfliegt
Stella hat sich die Zeit damit vertrieben, Malerhüte aus Papier zu basteln, denn so bekleckern sich die Freunde nicht. Ah ja? Wie sollen Hüte – aus Papier! – dagegen helfen? Dann behauptet sie auch noch, dass sie nett sei – sehr witzig
Dann wird schon wieder gesungen. Och nö. Noch besser wird es, als der Bürgermeister angerauscht kommt, sich echauffiert, dass er von Protz‘ Eis Bauchschmerzen bekommen hat und Protz antwortet: „Ich nehme doch nur beste künstliche Zutaten für den Superblubber!“, woraufhin Stella völlig ausrastet. Künstliche Zutaten? Also echt, ey! Geht gar nicht!
Und wieder Gesang. Dabei stellt sich mir die Frage, wieso man hört, dass Karla mitsingt, sie kann den Text doch gar nicht kennen.
Ganz witzig ist noch, wie Mama Stellini voll ausflippt, als sie die renovierte Eisdiele sieht und Benjamin daraufhin ganz trocken: „Ich glaube, deine Mama freut sich!“ zu Stella sagt
Insgesamt war das aber mal wieder nix. Seit der 111 war keine Folge mehr dabei, die wirklich überzeugen konnte, die Serie durchläuft ein ziemliches Tief und gibt im Moment reihenweise die Punkte an Bibi ab. Hoffentlich geht es jetzt langsam mal wieder bergauf. Mehr als 2 Punkte sind nicht drin, sorry. Man kann sie hören, aber das war’s auch schon.
2/10