Bibi Blocksberg 050 - im Orient
Alte Bewertung: 9 Punkte
„Ein neues Rathaus und ein neuer Dienstwagen…“
„Ein neues Rathaus und … ein neues Dienstfahrrad…“
„Dienstwagen!“
„... –fahrrad!“
Mit dem 50er-Block beginnt bei Bibi eine Zeit mit vielen wirklich guten Folgen, bis zur 57 kenne ich alle schon, nur an den Dino-Zweiteiler habe ich mich bislang nicht rangetastet. Folge 50 habe ich erst vor einigen Monaten im Zuge meines Marathons in der Weihnachtszeit kennengelernt und mochte sie sofort sehr gerne. Schon die Kombi Bibi + Karla (Fritsch) + Bürgermeister (Giese) verspricht eine gute Folge. Bleibt es bei den 9 Punkten oder teilt die Folge das „Prinzessin“-Schicksal?
Ulli Herzog hat wirklich lange auf die 55 hingearbeitet. Gefühlt äußert Bernhard sich seit seinem Einstieg als Autor auch viel sexistischer als es vorher bei Donnelly der Fall war. Hier erträgt er es nicht, daran erinnert zu werden, dass Bibi und Barbara etwas können, was er nicht kann. Bibis Hexspruch ist auch interessant, der gibt es eigentlich nicht her, dass die Zeitung herbeifliegt, aber okay

Erstaunlich, dass Bibi einen Hexspruch beendet, der aber nicht funktioniert, weil Bernhard abwinkt. Also ein bisschen Macht hat Bernhard offenbar doch? Leider wird das von niemandem bemerkt.
Schon irgendwie lustig, dass Bibi aus der Zeitung erfährt, dass sie in den Orient fliegt

„Ich hab‘ wohl Ja gesagt, weil ich dachte, es wäre wirklich Bla bla“ - Tja Barbara, es lohnt sich manchmal wohl doch, dem Bürgermeister genauer zuzuhören
Bibi ist schon wieder hippy-happy und auf geht’s auf die knapp 17-stündige Flugreise (vielleicht auch etwas weniger, immerhin!). Nachdem Bibi in der 46 schon die „Schlampe“ rausgerutscht ist, bremst sie sich hier beim Wort „kotzen“ selbst. Warum hat Karla denn eigentlich plötzlich Flugangst, hatte sie doch bisher auch nicht…
Richtig geil, wie Karla sich beschwert, dass es im Orient nicht so klischeehaft aussieht, wie sie gedacht hat. Eine gelungene Selbstkritik von Ulli Herzog, die ihn aber offenbar leider trotzdem nicht davon abgehalten hat, eine offenbar problematische Folge wie das feuerrote Nashorn zu schreiben.
Bibi hat sich vorgenommen, für den Bürgermeister kein einziges Mal zu hexen und bricht ihren Vorsatz keine zwei Minuten später

Meine Definition von einem Gastgeschenk ist übrigens eher, dass man etwas aus der Heimat mitbringt, aber okay

Immerhin rettet der Teppich den aufgrund eines eifersüchtigen Besens bruchlandenden Neustädtern den Allerwertesten.
Der Bürgermeister hat eine Frau und zwei Kinder? Echt? Die würde ich ja gerne mal kennenlernen. Oder war das eine Notlüge?
Sehr geil, wie Karla sich über den Bürgermeister lustig macht und er runtergeworfen werden soll
Natürlich kann Herzog das mit den Klischees aber trotzdem nicht lassen und der Sultan führt seine 99 Frauen vor. Bemerkenswert finde ich, dass Bibi Bock hat, was mit dem Bürgermeister alleine zu machen, aber das muss natürlich für die Story auch so sein, damit Karla die 100. Frau von Hatschi Al-Nasi werden kann. Sie nimmt’s so locker wie Conny F. Schinkenburger seine Verhaftung. Schließlich kennt sie ja Bibi, die regelt das schon.
Die Sequenz mit Bibi und dem Bürgermeister auf dem Basar erinnert mich an meinen Tag auf marokkanischem Boden. Natürlich durfte da ein Besuch auf dem Markt nicht fehlen – und natürlich wurden auch wir schön abgezogen. Immerhin gab es das Arganöl aber „mit Zertifikat“. Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht
Keine Orientgeschichte ohne Flaschengeist! Dass der Händler hier nicht geschummelt hat, war natürlich vorauszusehen und ich finde es auch sehr gut, dass man nicht nur die Schlitzohr-Seite dargestellt hat.
Nicht nur Benjamin und Otto, auch Bibi und der Bürgermeister finden: Wer reich genug ist, soll anderen mal was abgeben, auch wenn es keine rechtliche Grundlage dafür gibt. Aber immerhin dreht Bibi das noch so hin, dass sie nett bittet, anstatt den Sultan zu hintergehen
Weil die Schatzsuche so kurz ist, muss anderweitig Spannung her, also macht Flaschi kryptische Andeutungen, dass etwas passieren wird, wenn der Schatz gehoben wird. Aber ganz so schlimm wird’s dann ja doch nicht
Dass der Sultan keinen Bock mehr auf Öl hat, halte ich ja für sehr realitätsfremd und bei Bibis Problemlösung am Ende schwingt leider ein bisschen die Moralkeule mit, zumal Bibi den Fahrservice ihres Vaters doch selber schon gerne in Anspruch genommen hat. Auch wird nicht geklärt, was aus Flaschi wird. Er hört ja eigentlich nur auf Bibi. Mal schauen, wie lange Bernhard jetzt Fahrrad fährt
Allen Klischees zum Trotz mag ich die Folge immer noch sehr. Es steckt viel Orient-Feeling drin, die Dialoge sind top, es sind viele witzige Stellen dabei, nur die Auflösung geht ein bisschen schnell und einfach und bezüglich der Kontinuität ist die Folge auch nicht ganz einwandfrei. Es bleibt aber dennoch bei der alten Bewertung.
9/10
Benjamin 27:23 Bibi