Bibi Blocksberg 046 – Karla gibt nicht auf
Alte Bewertung: 6 Punkte
„Och Bernhard, wie schön, dass du auch manchmal eine Idee hast.“
Eine Folge, die im Forum sehr hoch im Kurs steht, mit der ich aber beim ersten Mal nicht so viel anfangen konnte, was an der zweiten Hälfte mit dieser Geistergeschichte lag, die war nicht mehr so meins. Mal schauen, wie es jetzt aussieht. Den Titel finde ich ja sehr besonders, von der Struktur her erinnert er ein bisschen an Alex und das Internat.
Bei dieser Folge waren sich wohl alle Hexenschwestern „einig, einig, einig“ – oder auch „einmal einig“
Mit Barbaras Vortrag wird schon mal die 55 leicht angeteasert. Komisch, dass ich mich frage, wann so was wohl von Donnelly gekommen wäre…
Dass Bernhard mit dem Eis essen will, kommt überraschend und finde ich eigentlich ganz nett, zumal Bibi sich doch sonst immer freut, wenn ihre Eltern irgendwo auftauchen, aber hier wohl nicht. Pubertät halt. Und um diesen Zustand zu verdeutlichen, hext Bibi gleich mal wieder dummes Zeug. Da kann sie ja froh sein, dass sie schnell abhaut, bevor ihr Vater seine Sprache wieder hat, sonst hätte das wohl ein Donnerwetter gegeben – zu Recht
„Papi hat noch gebellt“ – „Aha. Ich hoffe, er ist schon stubenrein“
Dass Karla dem Schmeichler den Sieg nicht gönnt, ist verständlich und dass sie schonungslos die nicht eingehaltenen Wahlversprechen des Bürgermeisters aufdeckt (wenn man so drüber nachdenkt: Eigentlich ist der erst bei Herzog so richtig selbstverliebt geworden, bei Donnelly war er ja zeitweise noch richtig freundlich) ist auch hinlänglich bekannt. Dass Bibi und Marita aber so engagiert sind und für ein Museum kämpfen, verwundert schon etwas.
Schön, dass der Erzähler mal anmerkt, dass das eine ziemliche Umweltverschmutzung ist, was Bibi da macht.
Karla stachelt die Leute so weit an, dass sie sogar anfangen, Tomaten und Eier zu klauen und damit zu werfen, hui. Aber Schmeichler versteht es natürlich, die Leute auf seine Seite zu ziehen.
Und das finde ich wirklich stark an der Folge: Dass sie es mit einfachen, aber gut eingesetzten Mitteln schafft, zwischen Bibi und Karla eine Meinungsverschiedenheit entstehen zu lassen. Karla ist superschnell eingeschnappt und für Bibi hat sich die Sache mit Schmeichlers Ankündigung erstmal erledigt und sie macht endlich das, was ich eh schon die ganze Zeit von ihr erwarte: Sie geht Eis essen. Aber natürlich schlägt ihr der Disput auf den Magen.
Spannend ist die sehr rationale und erwachsene Sichtweise ihrer Eltern. Sie geben Schmeichler keine Chance mehr und Bernhard wirft sogar ein, dass Schmeichler pleite sei. Spannend, denn Benjamin 63 und Bibi 46 erschienen im selben Jahr – aber welche Folge eher

(Übrigens beachtlich, wie groß der Nummernunterschied mal war, jetzt ist er auf 5-6 Nummern geschrumpft). Bernhard zeigt sich wieder mal begeistert von der alten „Mann arbeitet und Frau bleibt zu Hause“-Denkweise und es wird eine andere Baustelle bearbeitet.
Leider baut man dann nicht wirklich auf dem Konflikt zwischen Bibi und Karla auf, sondern es geht ins Zunfthaus. Warum reimt Bibi für ihren Spruch eigentlich nicht einfach Lampe und Rampe? Ist ja nicht so, dass Schlampe die einzige Möglichkeit gewesen wäre
Das ist dann der Moment, ab dem mich die Folge leider verliert und zum Abschweifen einlädt. Das Gespräch zwischen Karla und Pichler kriege ich auch nach dem zweiten Hören kaum noch zusammen, dass Schmeichler nur den üblichen 0815-Plan hat (und offenbar denkt, er könnte nicht auffliegen) und diesen laut herausposaunt, ist auch lahm und die Nummer mit dem Poltergeist ist auch nicht mehr mein Fall. Der Erzähler droht Schmeichler Gewalt an und plötzlich tauchen irgendwie Barbara und Bernhard auf.
Zehn Minuten, die an mir vorbeigehen und mich müde werden lassen. Vielleicht liegt’s daran, dass ich so lange Lauschangriffe einfach anstrengend finde. Wenig Geräusche, eine eher unpassende Aktion mit dem Geist und warum Schmeichler das Haus haben will, ist dann auch schnell klar. Frage mich allerdings, warum er dafür so viel bezahlen will, er könnte den Schatz doch auch einfach so rausholen. Aber es geht ihm wohl wirklich auch um das Schmeichler-Center selbst. Nur dass er damit auch den Bürgermeister betrügt, der ihn wegen Vertragsverletzung anzeigen könnte, was er sicherlich bedacht… nein, vermutlich nicht. In Neustadt ticken die Uhren halt anders.
Ich mag aber den Schluss, wie der Bürgermeister es schon so gewohnt ist, Pichler zurechtzuweisen, dass er ihm auch kein Lob zugesteht und wie Schmeichler dazu gedrängt wird, den Vertrag einzuhalten. Endlich hext Bibi die Flugblätter von der Straße. Dass der Bürgermeister die Gelegenheit nutzt, auf die Annehmlichkeiten bzgl. des Rathauses zu verzichten, um bei seinen Wählern besser anzukommen, verwundert nicht. Immerhin, Schmeichler steht in der Sympathieskala trotz aller gebrochener Wahlversprechen am Ende wohl doch unter ihm
Ja, ganz schwierige Folge, die es einfach nicht schafft, mich zu begeistern. In der zweiten Hälfte schweife ich gerne ab, man kann das Niveau der guten Konfrontations-Szene in der ersten Hälfte einfach nicht aufrechterhalten. Meiner Meinung nach wird hier Potential verschleudert, die Folge hätte wesentlich besser sein können.
Weil ich die Grundidee klasse finde und viele Ansätze auch gelungen sind, bleibe ich bei der alten Bewertung, aber überlegt habe ich durchaus, letztlich gefallen mir die positiven Stellen der Folge aber besser als das, was ich bislang mit 5 Punkten bewertet habe. Die Folge ist ja auch nicht schlecht, aber verliert sich zwischendrin ein bisschen in der Langatmigkeit. Schade, da war mehr drin – wie schon bei der 46 von Benjamin scheitert es hier mehr an der Umsetzung als an der Idee. Aber hier geht es immerhin nicht um Tiere, der Punkt geht an Bibi.
6/10
Benjamin 25:21 Bibi