Benjamin Blümchen 037 – Der Gorilla ist weg
„4 4 44 44, ja, das ist die Nummer.“
„Das ist zu verwirrend, wähl du.“
Diese Folge kenne ich bislang noch nicht, was auf recht viele Folgen des 30er-Blocks zutrifft. Bei den 40ern kenne ich dann wieder ein paar mehr.
Dass Benjamin einen Pelzmantel kaufen möchte, ist mal wieder etwas, was heute undenkbar wäre. Würde man die Serie heute wie Elea neu auflegen, würde da wohl einiges rausfliegen. Kein Wunder, dass Benjamin kalt ist, wo er durch aus Tansania stammt, dort gibt es diese Kälte ja nicht, auch wenn er natürlich auch den Umgang mit der Hitze verlernt hat (laut der 26).
Der Erzähler hat die Hörer „gar nicht gesehen“, na so was

Er kriegt sogar einen Schneeball ab, obwohl er doch eigentlich von oben auf das Geschehen blickt und in der Regel von den Charakteren nicht bemerkt wird. Die Erwähnung, dass Karneval ist, stimmt mich nicht sehr positiv, ich habe da gar keinen Sinn für.
Karl kommt angelaufen und bringt die Story in Gang. Garfield ist weg. Seine Eltern hatten auf einen Kater gehofft, aber einen Gorilla bekommen. Ähh… okay?! Bestimmt nur Zigaretten holen, der Gute. Das kann ja heiter werden…
Sehr witzig aber, dass Karl verallgemeinernd sagt, dass große Tiere unberechenbar werden, wenn man ihnen Angst einjagt und Benjamin ausflippt

Schöner indirekter Verweis auf die 36 von Otto mit Benjamins Launenhaftigkeit
Geil auch, wie Benjamin mit Karl flachst, als der ihn bittet, schneller nachzudenken.
Der Gorilla ist nirgendwo im Zoo und somit bleibt natürlich nur die überaus kompetente Neustädter Polizei anzurufen, die kann bestimmt helfen
Benjamin zerdeppert mal wieder die Tür, aber kein Problem, mittlerweile hat Herr Tierlieb sich 20 Ersatztüren bestellt, vermutlich ist dafür Benjamins Gage aus dem Zahnweh-Drama draufgegangen.
Am Telefon stellt sich dann schnell heraus, dass Donnelly das scheinbar irgendwie immer zu wenig war, wie sie die Polizei als inkompetenten Haufen dargestellt hat, hier schießt sie den Vogel komplett ab und ich bin unsicher, ob ich lachen oder weinen soll.
Die neue Nummer von Karla ist so verwirrend, dass Benjamin sie wählen soll, aber der will nicht, weil er mit dem Rüssel in der Wählscheibe hängengeblieben ist
So langsam wird mir auch klar, warum Karneval ist: Damit der verschwundene Affe im Karnevals-Getümmel nicht so schnell auffällt. Karl setzt sich beim ersten Versuch schon ordentlich in die Nesseln und Benjamin ganz trocken: „Ich glaube, du solltest es lieber nicht noch einmal sagen, Karl“
Dass Benjamin, Otto und Karl erstmal nicht merken, dass sie die ganze Zeit neben dem Gorilla stehen, reizt man zum Glück nicht zu sehr aus, das gibt mir direkt weiße Enten-Vibes. Die Szene mit Karla ist ein bisschen schwierig, aber noch ganz okay. So ganz ist der natürlich bewusst sehr überspitzte Ton dieser Folge allerdings nicht mein Fall, man schwankt immer zwischen breitem Grinsen und Hände über dem Kopf zusammenschlagen, ganz knifflige Sache…
Was ich ja ganz cool finde: Dadurch, dass Karneval ist, rechtfertigt man, dass sich die Leute nicht vor einem wilden Tier erschrecken, das ist eine neue Facette dieses „Mutter fällt in Ohnmacht, als sie Benjamin sieht“-Handlungselements.
Weil der Gorilla weint, kommt nun also schon wieder Bibi ins Spiel – da kam man wohl gerade auf den Geschmack. Der Erzähler ist kurz davor, Otto als gesengte Sau zu bezeichnen
Bibi kriegt also zum zweiten Mal raus, was das Problem ist und Karla hat eine denkbar einfache Lösung: Den Bürgermeister anpumpen. Und weil die Folge gleich zu Ende ist, funktioniert das natürlich auf der Stelle. Wofür andere Geschichten eine vollwertige Geschichte brauchen, wird hier auf die Schnelle ein neuer Zoo bewilligt. Na ja…
Aufhorchen lässt mich ja das „Bei uns gibt’s heute Bratkartoffeln“ des Erzählers – ich dachte immer, der wohnt alleine. Aber in dieser Folge ist wohl alles anders, am Ende übt sich der Gorilla schon in der Menschensprache, na denn.
Insgesamt bin ich mir unsicher, was ich von der Folge halten soll. Sie ist jetzt nicht grottenschlecht und hat mich durchaus unterhalten, aber ziemlich speziell ist sie schon und gerade die Polizisten-Szenen waren mir auch zu gewollter Humor. Es fühlte sich ein bisschen wie ein eher danebengegangener Versuch an, eine „Kuh im Schlafzimmer“-Folge für Benjamin zu machen. Die Erklärung, dass der Karneval an allem schuld ist, trägt für mich nicht jede skurrile Szene der Folge. Am Ende bin ich dann auch etwas abgeschweift, da geht es halt nur noch darum, eine Überleitung zur nächsten Folge zu schaffen, aber leider bereitet man das nur im Off vor.
Die Folge fühlte sich ein bisschen wie ein Fiebertraum an und es kommt sicher nicht von ungefähr, dass man am Ende auch andeutet, dass die Mutter des Kindes es für einen Traum halten könnte. Die Karnevalsstimmung kommt auch nur für einige einzelne Szenen auf.
Ich bleibe mal im mittelmäßigen Notenbereich mit leicht positiver Tendenz. Kann man hören, für mich aber kein Highlight. Das dürfte Bibi packen, den Flohmarkt mag ich.
6/10