Benjamin Blümchen 052 - Der Weihnachtstraum
„Soll ich dir den Flügel langziehen, du Schlawiner?“
„Bitte nicht! Ich tu’s auch nie wieder … in den nächsten fünf Minuten.“
Teil 2 der Weihnachts-Doppelfolge, noch höher im Kurs als Teil 1 und dieses Mal offensichtlich eine Folge mit Handlung - mit einer Traumhandlung, was mich mit einem etwas mulmigen Gefühl auf die 16 schielen lässt. Andererseits: Es kann ja nicht schlimmer werden
Die Zeitangabe zu Beginn irritiert mich - die Folge spielt also vor der 51? Wieso hat man das denn gemacht? Es kann doch auch der 25. Dezember sein. Vermutlich wollte man das Weihnachtsfest auf zwei verschiedene Arten erzählen und fand, dass die „reale“ Version lieber zuerst drankommen sollte. Zeitlich isses halt schwierig, wenn am Ende nochmal Bescherung sein soll.
Ottos größter Albtraum zu Weihnachten: Keine Geschenke! Nein, das geht auch absolut nicht!
„Ich hab jedes Jahr nur draufgeschrieben: An den Weihnachtsmann - und es hat geklappt“ - Komisch, wie kann das nur sein?
Man sucht sich bei Kiddinx offenbar gerne aus, wo der Weihnachtsmann wohnt. Bei Bibi & Tina gibt es ihn nicht, bei Bibi wohnt er am Nordpol und existiert mehrfach und bei Benjamin wohnt er im Himmel.
Während bei Bibi das Weihnachtsfest am seidenen Faden hängt, weil die Weihnachtsmänner krank sind, ist das hier der Fall, weil Otto es verbaselt hat, den Wunschzettel einzuwerfen
Benjamin fällt ein, dass er mal wieder mit Karla flirten sollte, damit die Storyline wieder etwas angekurbelt wird und legt ihr seinen kühlen Rüssel in den Nacken

So allmählich könnten die aber auch mal den nächsten Schritt gehen…
„Es ist ein Gefühl wie… als ob ein Elefant im Zimmer wäre!“ - „Ja, ist er ja auch!“ - Otto, du bist zu klug für diese Welt
Die Rolltreppe in den Himmel ist also für jeden frei zugänglich auf dem höchsten Dach der Stadt? Nur weil das eine Traumfolge ist, muss man doch nicht gleich so absurd werden…
Karla kennt sich im Himmel auch beachtlich gut aus. Scheint wohl häufiger da spazieren zu gehen
Ich weiß nicht, irgendwie wirkt dieses Klopfen an die Himmelspforte für mich mehr wie ein Anklopfen bei Gott, um auch im Himmel zu bleiben und nicht wie ein Besuch beim Weihnachtsmann, ich finde das ein wenig spooky und habe mich richtig erschrocken, als Karla beinahe in den Tod stürzt.
Dafür, dass es Heiligabend ist, ist der Weihnachtsmann aber ziemlich gechillt.
Otto übt sich in Bescheidenheit und jetzt wundert mich absolut nicht mehr, dass das Weihnachtsfest für ihn eine Katastrophe werden würde, wenn der Weihnachtsmann da Last Minute nichts mehr regeln kann.
„Es muss ja nicht alles sein“ - Er versucht sich zu retten…
Witzig, dass der Erzähler meint, der Weihnachtsmann müsse sehr beliebt sein. Also wenn man ihn jetzt als Unsympath dargestellt hätte, wäre ich sehr verwundert gewesen

Er ist ja sogar so nett, dass er an Heiligabend Zeit für eine Führung hat.
Otto kann sich beim Anblick der Millionen Geschenke schon wieder kaum im Zaum halten. Er bekommt zwar bei der Wasserstandsmeldung von Joshua (schöner Name übrigens

) einen ganz leichten Anflug von schlechtem Gewissen, aber kann sich nicht dazu durchringen, seine Wünsche hintenanzustellen. Aber ich finde es schön, dass Benjamin, Otto und Karla dann Joshua helfen.
Die Szene in der Imbissstube mag ich sehr, ich bekomme gleich Bock auf Waffeln und der Gesang der Engelskinder ist total süß

Nach 15 Sekunden Elefantenreiten ist Benjamin schon müde, das ging ja fix
Der Chorleiter sagt dann auch das, was mir in der 51 schon auffiel: Edgar Otts Stimme harmoniert nicht so gut mit dem Kinderchor. Aber Benjamin nimmt es locker. Ob Katja Nottke nicht singen wollte?
Mit dem verschwundenen Engel kommt dann noch ein bisschen mehr Handlung und Spannung in die Sache, sehr gut! Natürlich drängt Benjamin darauf, zuerst in der Bäckerei zu suchen - und er kann sich dort wieder mal nicht zurückhalten, als ihm ein Löffel zum Probieren gereicht wird: „Och, ist der klein!“
Otto kriegt schon wieder auf den Deckel für seinen Wunschzettel und wird langsam doch reumütig - das gefällt mir!
„Michael! Nimm das Blech aus dem Ofen, aber verbrenn‘ dich nicht!“ - „Ich pass‘ auf, Bäcker - AUA!“
Schade, dass der Ausflug zu den Rentieren ausfällt, aber wie Benjamin Mariechen hilft, ist auch schön. Der Bäcker reagiert wirklich toll, auch wie er Benjamin leicht rügt, ist sehr gelungen eingebracht!
Und dann geht es doch noch zu den Rentieren und dem Weihnachtsmann, wo die Bescherung vorgezogen wird und Benjamin und Otto merken, dass sie nicht die Einzigen auf der Welt sind - top!
Natürlich haben Benjamin und Otto schon wieder dasselbe geträumt. Dass die Päckchen aus dem Traum aber so mir nichts, dir nichts im Elefantenhaus landen, ist vielleicht ein bisschen zu viel des Guten.
Ich kam ein bisschen schwer in die Folge rein, der Anfang wirkte sehr befremdlich und ich brauchte ein wenig Zeit, um mich mit der Idee, die Handlung im Himmel spielen zu lassen, anfreunden zu können. Ab der Audienz beim Weihnachtsmann unterhält die Folge aber sehr gut, klappert einige Stationen ab und hat mehrere starke Momente. Die Botschaft mag ich sehr und auch wenn ich es leicht wunderlich finde, wie entspannt der Weihnachtsmann an Heiligabend ist und seine Engel machen lässt, verstehe ich durchaus, dass man den Weihnachtsmann gemütlich darstellen wollte und nicht im totalen Stress.
Aufgrund der Startschwierigkeiten ist es für mich am Ende aber „nur“ eine gute und keine sehr gute Folge, die dann doch deutlich hinter der 51 zurückfällt. Ich finde es gut, dass man zwei so unterschiedliche Folgen zum Thema produziert hat, mir ist die bodenständige, familiäre Variante am Ende dann doch lieber, aber auch die Version im Himmel hat ihre schönen Seiten und ist für mich näher an der Vorstellung vom Treiben des Weihnachtsmannes dran als Bibi 38.
Für Bibi wird es allemal reichen, das Remake von „darf nicht hexen“ ist nicht so mein Fall.
8/10