Benjamin Blümchen 051 – Der Weihnachtsabend
„Es duftet nach Bratäpfeln!“
„Und nach Keksen!“
„Aber äh… es riecht nicht… nicht angebrannt!“
Bei Benjamin zählten die Folgen 51 und 52 im Vorfeld zu denen, auf die ich mit am Gespanntesten war. Das Standing im Forum ist ja unglaublich hoch, meine Erwartungen deshalb auch und die Benjamin-Weihnachtsfolgen, die ich kenne – 21 und 73 – liebe ich sehr. Nun ist es vielleicht nicht unbedingt die beste Zeit, sich in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen, aber ich versuche mal, diesen Aspekt bei der Bewertung auszublenden.
Den Kniff, mitten in der Handlung zu starten und dann zurückzuspulen, hätte ich jetzt bei Benjamin gar nicht erwartet – aber der wird hier auch nicht unbedingt spannungsfördernd eingesetzt

Trotzdem ist der Einstieg schön und auch sehr ungewöhnlich, so ohne Titelmelodie. Hätte man ja theoretisch noch nachreichen können wie bei TKKG 154

Was ich direkt mal hervorheben muss: Nottke fühlt es richtig. Ich nehme ihm zu 200 % die Weihnachtsstimmung ab, er ist einfach ein wunderbarer Erzähler gewesen, dem man Stunden zuhören kann.
Der Anfang der Geschichte ist wunderbar – Herr Tierlieb und Benjamin machen sich spitzenmäßige Komplimente, es wird gewichtelt, Bratäpfel gemacht und Weihnachtsmusik aufgelegt
Brandrat Lichterloh ist auch mal wieder dabei, was ich absolut klasse finde – und Bibi landet auf Benjamins Kopf

Dass Lichterloh ständig den Baum löschen will, ist geil

Nach der Schule kam er wohl auf den Geschmack.
Toll, dass Kiki nochmal vorbeischauen darf und die Stadträtin mit den Heimkindern eintrifft.
Schöne Idee von Benjamin, selbst zu musizieren. Man merkt aber bei den Liedern ein wenig, dass Benjamins Elefantenstimme nicht so gut mit den anderen harmoniert, wenn sie in den Vordergrund gemischt wurde.
Nun bekennt man sich klar zum Christentum – die Einbindung von Religionen hat man ja bisher eher vermieden. Die Weihnachtsgeschichte ist natürlich wohlbekannt, wird aber von Susanna schön vorgetragen und ist akustisch auch dezent, aber gut untermalt.
Witzig finde ich ja, dass Benjamin Ihr Kinderlein kommet kennt, aber die Weihnachtsgeschichte nicht

Die Übergänge zwischen den Liedern sind wunderbar, wie Benjamin sein letztes Adventskalender-Türchen öffnet, wie der Erzähler eingebunden wird und wie Geschichten erzählt werden.
Benjamin bekommt seinen Moment mit einer süßen Elefanten-Weihnachtsgeschichte, die er mal eben schnell aus dem Ärmel schüttelt, Herr Tierlieb erzählt vom Brauch des Weihnachtsbaums, Weihnachtslieder werden ausgespielt und Otto repräsentiert den Gedichts-Part vor den Geschenken.
Als Nottke dann auch noch seinen Part bekommt, ist es endgültig um mich geschehen

Schön, wie er im Nachgang noch erklärt, was Kinder daraus mitnehmen können.
Am Ende schließt sich der Kreis zum Anfang. Es kommen alle wichtigen Weihnachtslieder vor, es gibt viele tolle Momente, fast alle Figuren werden toll eingebracht, einzig Karl geht ein bisschen unter und der Kinderchor ist wunderschön.
Ich war echt skeptisch, ich neige dazu, besonders erwartungsvoll zu sein, wenn etwas von allen Seiten mit Lobeshymnen überschüttet wird und dazu gibt es hier ja auch keine wirkliche Handlung, man ist eben einfach Heiligabend im Zoo dabei, aber das hier geht schon in Richtung Perfektion und hätte bestimmt auch auf 80 Minuten unterhalten. Ich hätte gerne noch das Weihnachtsessen erfahren und die Geschenke-Aufreiß-Orgie finde ich etwas unschön, das wird aber durch so wahnsinnig viele starke Szenen ausgeglichen, dass ich dafür nichts abziehen mag. Ja, vielleicht hätte man besser eine Sonderfolge draus gemacht, natürlich fällt die Folge sehr aus der Reihe, das macht sie aber nicht schlechter. Ich kann hier nur die volle Punktzahl vergeben, kann mir gut vorstellen, die im Dezember nochmal zu hören und freue mich sehr auf Teil 2!
10/10