Benjamin Blümchen 108 – Ottos kleines Geheimnis
Alte Bewertung: 9 Punkte
„Ich höre wohl falsch!“
„Das tut mir leid! Haben Sie was mit den Ohren?“
Oh, die Folge blieb mir extrem positiv in Erinnerung, ich kann mich auch noch an ein paar Details erinnern. Ob es heute immer noch zu 9 Punkten reicht, müssen wir sehen, aber von 7 gehe ich eigentlich schon aus.
Es ist Frühling – die beste Jahreszeit. Total schön

Es fängt ja schon sehr romantisch an. Sogar Eichhörnchen entwickeln Frühlingsgefühle und… na, bleiben wir mal am Boden
Otto macht also mal was ohne die kleine Klugscheißerin, die natürlich auch hier wieder fleißig die Welt – äh, Menschen verbessert. Finde ich gar nicht so verkehrt, Benjamin und Stella ist ein Duo, das bislang noch nicht allzu viel Screentime hatte, da kann man schon was draus machen.
Aber erstmal wird musiziert, interviewt und … sich verliebt. Kennt man ja, dass das bei Kiddinx mit der Liebe auf den ersten Blick immer sehr wörtlich genommen wird. Richtig unangenehm für Otto, dass Fiona ihn die ganze Zeit „süß“ findet. Nen heftigen Korb kann man von einem Mädchen ja kaum kassieren.
Mit Otto ist so gar nichts mehr anzufangen. Und ja, hier ist es ganz süß inszeniert. Der Erzähler fragt sich zwar hin und wieder, was bloß los mit ihm ist, aber es nimmt zum Glück nicht überhand.
Otto hat also nur noch Fiona im Kopf und hört nicht mehr zu. Ungünstig, wenn man so eine neugierige Person wie Karla im Freundeskreis hat, die es nicht leiden kann, wenn jemand etwas nicht sagen will.
Süß, wie Benjamin sagt, dass Otto ruhig ein Geheimnis haben darf und nicht mehr nachhakt, aber sein „Du darfst nur nicht mehr traurig sein“ finde ich etwas unglücklich. Wer war denn in der 36 tief deprimiert?
Schön, wie Benjamin seine Eis-Überraschung besorgt und sich dabei mit Mama Stellini unterhält – Otto ist so melonisch
Dass Otto dann auf den Trichter kommt, mit Fiona zusammen zu spielen, sieht man natürlich kommen. Ich muss auch sagen, dass ich Stella hier bislang erfrischend normal finde, sie klugscheißert jedenfalls nicht dauernd herum, was wohl an der veränderten Situation liegt.
So geil, wie Benjamin Stella zwingen muss, mal an andere zu denken und sozial zu sein

Dafür revanchiert sie sich aber direkt und rechnet Benjamin vor, wie viele Türen der Flur hat – das muss wohl so sein, aber Elfie sollte sich selbst mal hinterfragen, ob das so gut ankommt.
Die Szene im Konservatorium mit dem Hausmeister ist dann aber großartig. Benjamin ist hier so wunderbar frech und schlagfertig, fast wie früher.
Wie kreidebleich Stella wirkt, als sie sagt: „Benjamin, wir müssen Otto vielleicht trösten!“ – Man hört das unterschwellige „Boah nee, gar keinen Bock drauf!“ sehr gut raus
„Ich wünsche mir, ich wünsche mir, ich wär‘ ein weißes Lackklavier“

Otto, bester Mann! Wünscht er sich eigentlich gerade, von Fiona geschlagen zu werden? Es heißt ja nicht umsonst Tastenanschlag…
Das mit Tabea finde ich gut eingebunden, allerdings ist es etwas gewollt, wie Benjamin und Stella dann von Karla aufgeklärt werden, warum sollte Karla plötzlich dieses T so betonen?
Mama Stellini pfeift auf die Wünsche ihrer Kunden und verweigert Benjamin seine Zuckerstückchen – hoffentlich überlebt sie das
Natürlich wird Benjamin nicht sauer, aber er rächt sich anderweitig und lässt Mama Stellini mit ihrem gesunden Zeug einfach stehen, hehe
Nachdem man dem Hörer schon Benjamins Dudelsack-Konzert in der 107 vorenthalten hat, gibt es hier immerhin ein wenig Konzert. Ob man das Mädchen aufgrund dieses Stücks als Wunderkind bezeichnen kann, da halte ich mich mal vornehm zurück.
Tabea ist so süß wie Bienenstich – oha

Er hat sie also zum Fressen gern…
Benjamin macht wieder ein bisschen was für seine Beziehung mit Karla und bietet ihr ein vollgerotztes Taschentuch an
Ja, ganz schwierige Folge, bei der ich eigentlich nicht so richtig begründen kann, warum ich sie mag. Es ist eigentlich relativ anstrengend, dass den Figuren so lange nicht klar ist, dass Otto verliebt ist. Mir gefällt aber dieses Zwischenmenschliche in den Dialogen. Bisher war es halt so, dass Benjamin, Otto und Stella alles gemeinsam gemacht haben und im Prinzip immer der gleichen Meinung waren. Und hier gibt es ein Problem, das zu einer zwischenzeitlichen Spaltung führt. Benjamin und Stella als Team, das Ottos Verhalten auf den Grund gehen will, ist eine unverbrauchte Konstellation und das ist mal ganz erfrischend.
Schade ist halt, dass man immer nur den Zustand der Verliebtheit behandelt, das macht man bei Wendy etwas besser, da kriegt man auch mal was von der Beziehung mit. Auch hier hätte man die Story sicherlich kreativer aufbauen können, indem man nicht zu sehr ein Geheimnis aus der Verliebtheit macht, sondern Ottos Versuche, bei Tabea zu landen, live umsetzt, so wie bei B&T 83.
Nichtsdestotrotz für mich eine der besten Stella-Folgen und eine der wenigen, von der mir damals mehr als nur ein, zwei Stichworte in Erinnerung geblieben sind. Ich lasse die 9 springen.
9/10