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115 - Das unbekannte Pferd
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Mangobanane
Juniordetektiv
   
Dabei seit: 15.02.2017
Beiträge: 8.634
Spiel-Beiträge: 101
1. Experte: Die drei ???
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Hmmm... schwierig. Also grundsätzlich sehe ich nicht ganz so schwarz. Eine gute Folge ist es für mich dennoch nicht, weil sie arg reduziert daherkommt.
Einerseits verständlich, dass man nur fünf Folgen nach Mikoschs letztem Auftritt nicht schon wieder eine Folge mit ihm machen wollte, das wird wohl erst wieder in den späten 120ern / frühen 130ern passieren. Aber man hätte vielleicht besser daran getan, sich das Skript dann einfach aufzusparen, denn eine Auswilderung vor Ort wäre um Längen spannender gewesen. 3 Minuten Ungarn ist dann doch sehr wenig.
Das Ding ist halt, dass nicht wirklich etwas passiert. Wäre ich nicht so ein Fan von Naturatmosphäre, müsste ich die Folge wohl auch schlechter bewerten. Sehr positiv fällt mir hier Dorette Hugo auf. Tina ist zwar mittlerweile bis zum Umfallen gezähmt, aber sie macht aus der Charakterisierung noch das Beste, klingt sehr natürlich und kniet sich in die Dialoge, gerade mit Bibi, extrem rein, sodass zumindest die emotionale Komponente der Folge recht gut funktioniert. Während mich die ellenlangen heutigen Trialoge der drei ??? in der Zentrale eigentlich nur noch nerven und ich gedanklich recht schnell woanders bin, ist die Dynamik zwischen Hugo und Bonaséwicz noch gut genug, dass ich auch Sequenzen wie die Bibliotheksszene nicht als zum Abschalten empfinde. Bonaséwicz selbst hat dagegen einige Overacting-Passagen, aber es geht im Großen und Ganzen. Nach dem 50. gefundenen Tier, das der Martinshof nicht behalten kann, sollte langsam auch mal gut sein. Als Herzog noch am Drücker saß, war sie immer der Ruhepol für die ungestüme und unvernünftige Tina, heute ist es umgekehrt. Vielleicht kann man sagen, dass es zu den heutigen Geschichten so rum auch besser passt, trotzdem ist es schade, wie stark die Grundpfeiler der Serie verlorengegangen sind. Das Krasseste, was Bibi und Tina hier machen, ist ein nächtlicher Ausflug zur Koppel. Wahnsinn.
Die nächste unangenehme Charakterisierung, die mir auffällt, ist die des Mühlenhofbauern. Bibi bezeichnet ihn eine Szene später als grantig und ich frage mich so: Wo war der jetzt grantig? Weil er nicht vor Freude in die Luft gesprungen ist, als ihn ein Pferd "bedroht" hat?
Dass mittlerweile sämtliche Stammcharaktere aalglatt sind und Feelgood-Vibes ohne Ende versprühen müssen, sorgt mittlerweile immer öfter schon mal direkt für Punktabzug. Wann kapiert Kiddinx endlich, dass gerade die Ecken und Kanten eine Figur interessant und greifbar machen? Man sollte doch eigentlich aus der Moni-Marita-Nummer mal irgendwas gelernt haben, da ist es doch schnurzpiepe, welcher Name im Skript steht, je nachdem, welche Sprecherin gerade da ist, kann man den Namen einfach ersetzen und keinem fällt das auf.
Nichtsdestotrotz schafft die Folge eine irgendwie recht angenehme Grundatmosphäre. Vielleicht wieder mehr so eine Folge fürs "Auf dem Sofa entspannen", sie ist halt wirklich sehr ruhig geraten, aber das Thema ist nicht uninteressant und deshalb war ich auch nicht mega gelangweilt. Dass man auch ohne Ungarn mehr hätte machen können, steht außer Frage. Alleine Reibungspunkte mit den Ferienkindern einzubauen wäre schon eine Abwechslung gewesen - ich denke da an Wendy Europa 7 "Hero darf nicht sterben", so was in der Richtung. Wenigstens sind Bibi und Tina hier mal nicht so neunmalklug, das Pferd trotz Verbot zu reiten. Dennoch, die Folge hat mehr Info-Charakter und versucht nur zaghaft, wirklich eine Handlung aufzubauen.
Ich war anfangs etwas verärgert über die Dramaturgie, denn um die Ausgangssituation darzulegen, braucht man geschlagene 15 Minuten. In der Zeit war man früher schon fünf Mal so weit. Aber auch im Anschluss kommt man nie so richtig in Fahrt. Von daher passt es wieder.
Was Bettina Weiß angeht, kann ich mich anschließen, sie ist stimmlich nahe an Borbach dran (nahe an Meyka fände ich schöner, aber darauf brauche ich nicht zu hoffen), hat am Anfang leichte Ausflüge ins Overacting, fängt sich dann aber und wirkt sehr sympathisch.
Ich habe übrigens ChatGPT mal nach passenden Nachfolgerinnen gefragt (auch extra gesagt, welche Sprecherinnen die Rolle bisher hatte) und der erste Vorschlag war Marie Bierstedt (also Stella Stellini). Ich glaube, da hätten viele nicht so Bock drauf
Gut gefallen haben mir die kleinen humorigen Passagen - gerade das "Also Bibi, für dich immer noch Sie" - "Ich hab doch nicht mit Ihnen gesprochen!" (auch wenn der Gag vorhersehbar war, ich musste schmunzeln). Auch wurde die Bibliotheks-Atmosphäre recht gut getroffen, schön, dass die Mädels da auch mal sind. Die Suche im Internet gefiel mir ebenfalls, weil sie recht realistisch rüberkam und ich das Gefühl hatte, der Autor hat das selbst ausprobiert. Und schön, dass Holger endlich mal das Wissen anwenden kann, das er auf seinen 230 Lehrgängen gesammelt hat.
Dass er sich so für Bibi und Tina einsetzt und explizit sagt: "Das bisschen mehr Arbeit mach ich gerne" ließ mich etwas schief lächelnd an die 62 denken. Und, äh, "High Five"? 
Wenigstens hier gibt Susanne ein bisschen Kontra und ist nicht sofort einverstanden.
Was ist eigentlich mit Alex? Die Mädchen haben immer mal wieder Kontakt mit dem Grafen, aber Alex fällt ja voll unter den Tisch. Offenbar wird er irgendwo erwähnt, aber das habe ich dann wohl überhört.
Am Ende... muss ich den Notenspiegel vielleicht ein bisschen verschieben. Die Folge bleibt weit unter ihren Möglichkeiten, baut aber eine solide Atmosphäre auf und ist für mich jetzt nicht direkt ein Totalausfall. Ich habe zwischen 4 und 5 Punkten geschwankt, möchte aber honorieren, dass die Handlung nicht ganz so 0815-mäßig rüberkommt wie bei meinen übrigen 4-Punkte-Folgen, deshalb gibt es knapp 5. So oder so aber keine Folge zum Öfter hören, dafür fehlt einfach der Reiz. Schade.
5/10
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05.08.2024 09:49
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Mikosch373
dey/denen
   
Dabei seit: 26.07.2013
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1. Experte: Wendy
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3. Experte: Bibi & Tina
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| Zitat von Basti: | Dem stimme ich zu. Die Biologin früher auftreten lassen und die Reise nach Ungarn mehr ausbauen (evt. dann auch mit Auftritt von Mikosch) hätte der Folge auf jeden Fall sehr gut getan.
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Ich kenne die Folge zwar noch nicht, aber ein Auftritt von Mikosch ist immer die bessere Wahl!
__________________ Ich möchte bitte in Zukunft mit den Pronomen dey/denen angesprochen werden:
Beispielsätze:
Dey hat das Telefon abgehoben.
Ist das deren Hund?
Ich bin denen erst kürzlich begegnet.
Ich verstehe dey so gut.
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08.08.2024 16:03
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Miyru
Blauer Töröö
 
Dabei seit: 15.02.2024
Beiträge: 140
Spiel-Beiträge: 0
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Ich schließe mich an - es passiert irgendwie nichts.
Besondere Pferde vorstellen finde ich einen guten Ansatz, und auch Infos über diese zu vermitteln - die Szene in der Bibliothek fand ich aber dann doch etwas übertrieben. Ein paar Infos hätte man auch noch in der Geschichte einstreuen können, statt sie hier nur vorlesen zu lassen. Es kommt immer mehr ein Lehransatz bei den Hörspielen durch, an Stelle von tatsächlicher Handlung in der Geschichte. Erwähnenswert hätte ich ja gefunden, wie man Przewalski-Pferde schreibt, das wird nicht genannt. Vielleicht kann die Zielgruppe noch nicht schreiben, bin da nicht so auf dem Laufenden, wer das eigentlich hören soll.
Die Geschichte des Pferdes finde ich ganz interessant, hätte aber auch die Folge anders aufgebaut mit mehr Zeit beim Auswildern etc.
Ich würde mich mal wieder über eine etwas hexischere Folge freuen, wo ein Hexspruch für Wirbel sorgt. Leider sind wie hier wieder sehr weit entfernt, und die Geschichte hätte mit beliebigen Charakteren erzählt werden können. So ist es halt ein gefundenes Tier, das nach Hause gebracht wird - eigentlich genau wie die letzte Folge.
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19.08.2024 14:44
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Mikosch373
dey/denen
   
Dabei seit: 26.07.2013
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Achtung, Spoiler!
Bibi & Tina - Das unbekannte Pferd (115)
Der Titel hört sich nicht unbedingt originell an, denn unbekannte Pferde sind ja schon sehr oft bei Bibi & Tina aufgetaucht. Den Klappentext finde ich auch lahm, das klingt nach einer 0815-Tierchenstory und dieses „Sie schließen es sofort ins Herz“ verheißt nichts Gutes. Das einzig Interessante ist, dass es sich um ein Przewalski-Pferd handelt. Das Cover bestätigt das, ist aber leider auch sehr uninteressant.
Wir starten mit einem Wettreiten und ein paar Sekunden später steht auch schon das unbekannte Pferd vor Bibi und Tina. Dass Tina nur glaubt, dass man eine Stehmähne Stehmähne nennt und den Aalstrich nicht erkennt, ist ein bisschen enttäuschend. Danach werden Holger und Frau Martin hinzugezogen. Eine schöne Überraschung, dass Holger mal nicht auf einer Schulung ist. Dafür hilft ihm seine letzte Schulung bei dem unbekannten Pferd weiter.
Der Name, den Bibi, Tina und Holger dem unbekannten Pferd geben, ist erstaunlich erwachsen. Ich hatte mit Strichi oder Mähni gerechnet. Beim nächtlichen Beobachten des Pferdes vergleicht Bibi Fox mit Mikosch, das gefällt mir sehr gut, vor allem, weil sie betont, dass sie Fox deswegen womöglich so mag. Dass wir mal die Stadtbibliothek von Rotenbrunn erleben, hätte ich nicht erwartet. Die Schlossbibliothek hätte sich natürlich auch angeboten.
Dort wird dann nochmal die Verbindung zu Mikosch und Ungarn gezogen, aber leider spricht Tina Hortobágy völlig falsch aus und das, obwohl es damals im Hörbuch „Die ungarischen Reiter“ richtig ausgesprochen wurde. Etwas später darf Bibi dann nochmal hexen, schon das zweite Mal in dieser Folge. Dann taucht leider der Mühlenhofbauer mit seinem Esel auf und zeigt nochmal, dass er eine völlige Fehlbesetzung ist. Er klingt viel zu wenig brummig.
Die Idee, das Pferd als Zwischenstation nach Szendrö zu bringen, finde ich ganz gut. Es hat sich durch die Erwähnungen von Mikosch und der Puszta schon ein bisschen angekündigt, ist aber trotzdem nicht extrem vorhersehbar. Dass Bibi nach Ungarn mit möchte, ist natürlich klar. Ich denke auch, dass das nicht am Pferd liegt, aber Frau Martin scheint das nicht zu schnallen. Für alle, „die sich nicht erinnern“, wird dann nochmal erklärt, was es mit Szendrö auf sich hat.
Wie der Graf von Janosch und Mikosch erzählt, mag ich auch. Ich hätte aber auch nichts dagegen gehabt, die beiden selbst zu hören. Wie Tina sich über den Computer aufregt, finde ich sehr sympathisch. Das mit dem Klingeln und dem Doppelt hören ist mir dafür ein bisschen zu gewollt. Das Gespräch mit der Biologin ist mir auch ein bisschen zu lang, das hätte man gerne kürzer halten dürfen. Aber natürlich geht es trotzdem nach Ungarn.
„High-Five, Schwesterherz“ gehört auch zu den Sätzen, die ich nie von Holger hören wollte. Das war ein richtiger WTF-Moment. Die Reise nach Ungarn beschränkt sich dann leider auf das Freilassen von Max und das mit der Zwischenstation ist auch schnell vergessen. Das ist beides sehr schade, ein, zwei Sätze von Mikosch und Janosch hätten die Folge schön abgerundet. Und wenn das schon nicht geht, hätte man wenigstens einen Kurzbesuch auf Szendrö erwähnen können.
Insgesamt ist die Folge deutlich besser als erwartet. Das mit dem Przewalski-Pferd ist interessanter als gedacht und dadurch, dass Holger und Frau Martin dabei sind, Alex aber nicht, hat alles so eine familiäre Atmosphäre. Die vielen Erwähnungen von Mikosch, Janosch und Gestüt Szendrö sind nicht nur eine große Freude, sondern passen auch gut in die Folge. Etwas enttäuschend war dann das Ende, bei dem Mikosch und Janosch plötzlich keine Rolle mehr spielen. Aber dennoch gibt es einen Bonuspunkt für die Erwähnungen.
Fazit: 6 von 10 Punkten
__________________ Ich möchte bitte in Zukunft mit den Pronomen dey/denen angesprochen werden:
Beispielsätze:
Dey hat das Telefon abgehoben.
Ist das deren Hund?
Ich bin denen erst kürzlich begegnet.
Ich verstehe dey so gut.
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08.10.2024 09:47
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HildaW
Junghexe
Dabei seit: 04.04.2024
Beiträge: 1.224
Spiel-Beiträge: 27
1. Experte: Hanni und Nanni
2. Experte: TKKG
3. Experte: Bibi Blocksberg
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Das Wettreiten zu Beginn wird abgebrochen, denn da ist schon das unbekannte Pferd.
Es wird ausführlich beschrieben, es wird gerätselt, Holger hat auf seinen Lehrgang etwas über Pferderassen und die Entwicklung der Pferde gelernt und erkennt:
Ein Przewalski-Pferd.
Sehr gemütlich-gemächlicher Einstieg – und leider wird es auch nicht spannender. Sehr viel Wissen über die Przewalski-Pferde wird vermittelt, mir viel zu viel für ein Hörspiel dieser Serie.
Interessant, dass Förster Buchfink sich so gut auskennt.
Und auch sehr interessant: Frau Frei. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich gedacht, Arianne Borbach hat eine Doppelrolle übernommen und Frau Martins lange verschollene Zwillingsschwester ist aufgetaucht.
Eigentlich ein interessantes Thema, aber leider keine interessante Geschichte.
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06.01.2026 15:13
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