Benjamin Blümchen 090 – Das Zoojubiläum
„Was heißt ‚Neues Rathaus‘, das alte ist doch noch wunderbar, überhaupt, was haben denn die Altstädter Bürger von dieser Aktion?“
„Ein Fest! Ein Dankeschön! Und, äh…“
„Und?“
„Ein Lächeln… von mir…“
Eine Folge, an die ich nur noch bruchstückhafte Erinnerungen habe, irgendwie lief die in der Kindheit nicht so oft, ich kann aber auch nicht sagen, warum. Von daher kann das bewertungstechnisch wirklich alles werden.
Den Anfang finde ich wieder etwas random. Irgendwie schafft man es in dieser Zeit nur noch selten, einen natürlichen Anfangsdialog zu kreieren, von dem aus man eine gute Überleitung zum Folgenthema hinbekommt.
Die nächste Tür ist hin – sie war keine drei Wochen alt. Ich hätte mal mitzählen sollen…
Schön, dass Benjamin und Otto sich plötzlich für Altersforschung interessieren, das kann auch durchaus ein spannendes Thema sein, nur… das geht mir alles doch ein bisschen zu schnell.
Dass Zara Zebra die Zoochronik auffuttert, war so ziemlich die einzige Szene der Folge, an die ich mich im Voraus noch erinnern konnte, das blieb hängen. Ich finde solche Szenen ganz furchtbar, da leide ich automatisch mit den Figuren mit, wenn etwas kaputtgeht, was man nicht einfach wiederherstellen kann. Ich glaube jedenfalls nicht, dass das Zebra die Chronik wieder zusammengesetzt ausspuckt
Aber witzig irgendwie, dass Benjamin und Otto weiterhin nur an ihre eigenen Forschungen denken und sich nicht groß um die Chronik selbst scheren
Der Bürgermeister will schon wieder ein neues Rathaus? Da hat man wohl den Bibi-Plot recycelt…
Im Verlauf der Folge frage ich mich zusehends, ob die Folge nicht als Nummer 100 besser gepasst hätte. Gerade dass die Entstehungsgeschichte des Zoos beleuchtet wird, macht sie durchaus besonders. Ich finde es auch super, dass mit Oma Schulze nochmal ein Charakter verwendet wurde, der bereits vorkam, wenn auch direkt eine Folge zuvor.
Die Handlung selbst ist aber doch sehr trocken und theoretisch. Nicht uninteressant, aber eben auch nicht spannend.
Bei der Pressekonferenz mit Quicky Quasselstrippe kommt aber ein bisschen mehr Schwung in die Folge, der Charakter könnte von Donnelly selbst stammen, es ist schon witzig, wie er die Worte des Bürgermeisters auseinandernimmt.
Ansonsten müsste auf dieser Pressekonferenz aber eigentlich noch mehr los sein…
„Was steht denn da, kannst du das lesen?“ – „Bürste und Scheuerpulver!“ – „Das steht da?“
Quicky ist wirklich ein cooler Charakter, der supergut ausrechnen kann, dass ein Datum genau 100 Jahre her ist
Das Loch in der Zoomauer muss schon wieder repariert werden? Hat Karl das nicht in der 84 schon gemacht?
Dass das Zoojubiläum und das Stadtfest terminlich kollidieren, ist natürlich abzusehen. Dass der Bürgermeister den Zoo an diesem Tag sogar schließen will, ist vielleicht ein bisschen zu viel des Guten und wieder sehr abgehoben.
Benjamin hat eine Idee und der Erzähler meint: „Abwarten und Tee… äh, Kakao trinken“ – Meint er, die Zielgruppe trinkt keinen Tee?
Der Bürgermeister hat ein mulmiges Gefühl, weil Benjamin plötzlich so folgsam erscheint. Tja… zu Recht

Benjamin crasht natürlich das Stadtfest und trickst den Bürgermeister aus, aber die große Überraschung kommt von Oma Schulze, die einen sehr coolen Auftritt hinlegt. Und so gibt es am Ende noch eine gute Verwendung für die Ziegelsteine, auch wenn das Loch eigentlich bereits zu sein müsste – und Benjamin in der 84 noch nicht so begeistert von der Schließung war…
Joa, bevor das Zoofest gefeiert werden kann, verabschiedet sich der Erzähler bereits, da hatte man dann wohl keine Lust mehr drauf
Ich finde die Folge insgesamt ganz nett, sie hat durchaus gute Dialoge zu bieten und Quicky Quasselstrippe ist cool, auch Oma Schulzes Rolle gefällt mir, sie braucht aber ein Weilchen, um interessant zu werden. Die Handlung ist dieses Mal sehr theoretisch und historisch angelegt, es ist mehr so eine Folge geworden, die sich auf Dinge fokussiert, die ich von der Serie so gar nicht erwartet hätte. Ich könnte mir vorstellen, dass die Zielgruppe nicht so viel mit ihr anfangen kann. Vielleicht muss ich sie nochmal hören, um sie wirklich gut einschätzen zu können. Für den Moment vergebe ich eine stabile 7. Mal sehen, was Bibi macht.
7/10