Bibi Blocksberg 044 – Der Reiterhof 2
„Hallo Tinalein, hier ist Alexander von Falkenstein, dein Liebling!“
Da sind wir wieder auf dem Martinshof. Nach einem kurzen Rückblick auf die Geschehnisse des ersten Teils wird dort angeknüpft, wo man aufgehört hat. Bibi soll sich bei Graf von Falkenstein entschuldigen – und scheut davor. Verwunderlich, schließlich hat sie in einigen der letzten Folgen häufiger ein schlechtes Gewissen gezeigt. Hier sticht auch schon heraus, dass Susanne meistens freundlich ist, aber auch sehr bestimmend und energisch sein kann.
Bibi und Tina machen ihr erstes Wettreiten, das Tina erwartungsgemäß gewinnt. Bibis erstes Zusammentreffen mit Alexander (Tina stellt ihn ja tatsächlich so vor) verläuft nicht gerade optimal. Er beachtet sie ja kaum und redet nur widerwillig mit ihr.
Bei Bibis Übermut dem Grafen gegenüber muss ich jedes Mal verständnislos den Kopf schütteln. Die Story wird hier nur durch ihren Leichtsinn und ihre Blödheit wieder angefacht, ansonsten wäre alles in Ordnung gewesen. Das gefällt mir echt überhaupt nicht.
An Frau Martins Stelle wäre ich ja echt sauer, aber sie nimmt es ziemlich locker.
„Das Schlimmste ist, dass er Alexander verboten hat, mit uns zu spielen“
Was spielen sie denn?
Schön, dass man hier noch Eichhörnchen kennenlernt, ein Auftritt in der B&T-Serie war ihm dann ja nicht mehr vergönnt, da gab es direkt Robert. Hätte ich eigentlich ganz schön gefunden, wenn man eine ähnliche Schiene wie bei Wendy gefahren hätte, wo der alte Dr. Packmoor ja auch mit der Zeit in den Ruhestand geschickt wird.
Bibi lässt ihre grandiosen Chemie-Kenntnisse raushängen
Und dann gibt es zum ersten Mal eine Nachtwache im Stall. Man muss ja sagen, dass die gesamte Pilotfolge nicht sonderlich innovativ daherkommt und sich eher an 0815-Themen abarbeitet, das aber mit Charme und guten Figuren, wobei ich Dagoberts heutige, wesentlich sachlichere Figurenzeichnung mehr mag.
Tina echauffiert sich schon wieder darüber, dass sie nicht mit Alex spielen darf – Mädel, bist du 10 oder so?

Dass Alex noch keinen Ton mit Bibi gesprochen hat, stimmt ja so eigentlich nicht.
Dass Bibi sich einfach über ärztliche Anweisungen hinwegsetzt, ist ein bisschen nervig, sie ist im Zweiteiler ja allgemein sehr trotzig. Wie Bibi einfach versehentlich Holger in einen Affen verhext, ist aber putzig – Heulkrampf von Tina inklusive.
Hier findet also der Notfall-Hexspruch wieder Verwendung, sehr schön. Das anschließende Theater um Amadeus („Bitte erschieß ihn nicht!“) finde ich völlig übertrieben und ziemlich nervig. Gut, dass Eichhörnchen den sachlichen Part übernimmt.
Interessant, dass Tina an der Alten Mühle so eine präzise Angabe über das Alter ihrer Mutter macht. Sie scheint hier 39 zu sein, was ich mir nicht so richtig vorstellen kann, der Graf wirkt deutlich älter.
Dass Tina mittlerweile etwas skeptisch bei Bibis Hexereien ist, verwundert nicht.
Susanne sah damals wie Tina aus? Wann ist sie denn blond geworden? Bei der Rückblickszene macht man es sich leider etwas einfach, indem Dorette Hugo und Sven Hasper einfach die Rollen der jungen Susanne und vom jungen Falko sprechen, aber ich mag sie und es ist auch schön, wie Bibi dem Grafen einen Spiegel vor die Nase hält, auch wenn er wirklich SEHR schnell einknickt.
Das Picknick ist ein schöner Abschluss. Falko hat sich ja irgendwie wohl doch noch seinen Wagen geleistet, erstaunlich.
Insgesamt steht der zweite Teil dem Unterhaltungswert des ersten Teils in nichts nach, die Atmosphäre ist schön, Eichhörnchen und Alex bekommen eine gute Einführung, aber dass Bibi hier laufend so störrisch ist und permanent ihr eigenes Ding durchzieht, nervt schon tierisch. Auch das Gewese um Amadeus ist nicht so mein Fall. Daher finde ich den zweiten Teil trotz der schönen Szene an der Alten Mühle etwas schwächer, die Kritikpunkte sind einfach größer. Wieder mal keine Chance, an Benjamin ranzukommen – trotzdem unterm Strich immer noch eine gute Folge.
7/10
Benjamin 25:19 Bibi