Bibi Blocksberg 052 – Wo ist Kartoffelbrei?
Alte Bewertung: 5 Punkte
„Herr Straßenfeger, weißt du, dass du mit Kartoffelbrei die Straße fegst?“
„Nein, das ist mir neu. Ich dachte, ich fege mit Pommes frites oder mit Spaghetti!“
Bei offensichtlichen Remakes von Folgen kommt es wohl immer ein bisschen darauf an, welche Folge man zuerst kennenlernt. Ich kannte die 34 lange vor der 52 und damit hatte es letztere natürlich etwas schwerer bei mir.
Das anfängliche Kaffeekränzchen zwischen Barbara, Mania und Amanda finde ich eigentlich ganz schön, das sind die drei Althexen, mit denen ich mit Abstand am meisten anfangen kann, außerdem gibt es hier sprechertechnisch noch die Bestbesetzung zu hören. Zwar klingt Rattheys Amanda hier noch nicht so gut wie ab der 53, aber auch nicht mehr so schrecklich wie noch in der 40.
Wie sich Karla einfach uneingeladen dazusetzt, ist schon geil – man kann ihr einfach nicht böse sein
Bibi rast mal wieder durch die Fensterscheibe. Ich verstehe nur nicht so ganz, warum sie meint, einen Mehrfach-Hexspruch nicht zu können. Ist doch eigentlich kein großer Unterschied, als wenn sie alles einzeln hext, oder doch?
Mania weiß nicht, wie Bibis Besen heißt? Müsste sie das nicht inzwischen wissen von der 35 oder der 49?
Barbara ist auch fies, dass sie Bernhard von Bibis Aktion erzählt, aber verständlich ist es, dass sie sauer ist.
Der Fehler mit den Wochentagen ist natürlich ärgerlich, das hätte man doch leicht ausräumen können. Klar, am Sonntag hätte sich Bibi nicht in Bernhards Büro schleichen können, aber dann wartet sie halt einen Tag, wäre jetzt auch nicht so krass unglaubwürdig gewesen.
Dass Nottke sich bei „Putzfrau“ korrigiert und Raumpflegerin sagt, hätte ich tatsächlich nicht erwartet und ließ mich schmunzeln. Bei uns heißt es Perle oder Reinigungskraft. Aber mittlerweile gibt es dafür glaube ich auch eine sehr hochtrabende englische Bezeichnung, damit sich auch der Job wenigstens cool anhört.
Frau Patschke tut mir in der Szene richtig leid, wie trotzig sie von Bibi behandelt wird, obwohl sie nichts dafür kann.
Als Karla eingeschaltet wird, gibt es für ein paar Minuten Szenen, die ich richtig stark finde, die Flugversuche der Leute sind ganz witzig und das Gespräch zwischen Bibi, Barbara, Bernhard, Karla und Amanda gefällt mir auch sehr.
„Was denkt so ein Besen? Was denkt meine Haarbürste? Was denkt meine Nagelpfeile? Tickt ihr nicht richtig?“
Mania hat ihre Hexenschule hier schon wieder aufgegeben? Später unterrichtet sie doch auch Bibi, Schubia und Flauipaui… na, vielleicht wird das dann ja wieder relativiert. Immerhin wird hier Manias Haus etabliert, das noch häufiger eine Rolle spielen wird.
Witzig übrigens: Wenn die Hauptfiguren etwas suchen, ist das unersetzlich und es MUSS der Hund, der Besen, das Kuscheltier sein. Wenn einmalige Nebenfiguren etwas vermissen, wird man mit einem lapidaren „Ach, sonst kaufen Sie sich halt nen neuen Hund“ abgespeist. Das hätte Benjamin hier mal Bibi sagen sollen, da wäre sie aber auch ohne Kartoffelbrei in die Luft gegangen
Nachdem klar ist, dass Mania den Besen hat, aber wegen der Zahl nicht hergibt, ist halt auch klar, wie die Geschichte ausgeht und sie plätschert sehr belanglos ihrem Ende entgegen. Da werde ich wieder daran erinnert, warum ich hier nur so wenige Punkte dagelassen habe. Das Ende wird nur noch künstlich rausgezögert – Barbara muss sich das Kaffeekränzchen nochmal hexen, anstatt dass sie sich gleich erinnert – dann aber ist es wiederum kein Problem, El Flitzo zu kaufen (Geld ist plötzlich das kleinste Problem?). Das ist einfach komplett ohne Spannung.
Witzig finde ich nur noch das „Nerv mich nicht, Kindchen“ von Karla (also das würde sie zu Benjamin aber nicht sagen!) und interessant ist, dass man die „Zigeunerhexe“ bis heute nicht rausgeschnitten hat.
„Ich will hier keine Presse“ – „Ich bin aber nun mal da!“ – Also das Duell hat Karla klar gewonnen
Die Botschaft finde ich ganz gut und Bibis Entschuldigungsszene ist auch recht süß. Schön auch, dass Mania ganz entspannt reagiert, als Bibi schon wieder durch die Fensterscheibe donnert.
Nottke fragt am Ende, ob ich zufrieden bin, weil die Geschichte schön war. In einem Wort: Nein. Die Folge hat einige nette Szenen, ist aber im Grunde eine wenig innovative Kopie der 34, die nicht viel Neues erzählt und bei der auch schon nach drei Minuten die ganze Geschichte klar ist. Es gibt keinerlei Überraschungen, die Handlung läuft völlig gradlinig ab und reißt mich nur wenig mit. Ich ziehe noch einen Punkt für die Kreativlosigkeit bzgl. des Plots ab und lande bei meiner Ursprungsbewertung. Das Duell gewinnt Benjamin mit Leichtigkeit.
5/10
Benjamin 29:23 Bibi