Bibi Blocksberg 089 – Die Junghexenbande
Alte Bewertung: 6 Punkte
„Neuer Auftrag: Alter Auftrag - faxen Sie die Kopie in den Bauhof zu Krampe!“
„Aber, Herr Bürgermeister? Ich stehe doch vor Ihnen!“
Die Folge habe ich letztes Jahr bei meinem Weihnachts-Marathon kennengelernt, weil ich Xenia noch nicht kannte und einen Eindruck von ihr bekommen wollte. Was das angeht, ist bei mir herzlich wenig hängengeblieben, sie ist wohl irgendwie naturverbunden, aber die Kombination aus Bibi und Flauipaui macht sie eigentlich relativ überflüssig. Auch sonst fand ich die Folge zwar nicht direkt schlecht, mir fehlte aber eindeutig der „Herzog-Charakter“, sprich, Ulli Herzog hätte aus der Thematik wohl mehr gemacht. Es ist Nelly Sands dritte und gleichzeitig letzte Folge für die Hörspielserie, sie ist dann doch bei Wendy geblieben – gute Wahl, die Serie lag ihr mit Abstand am meisten und das wird sie auch selber erkannt haben.
Dass Bibi mit ihren Junghexenfreundinnen im Rathaus aufschlägt, ist definitiv mal was Neues. Auch sonst ist der Einstieg durchaus okay und sogar ein wenig bissig von Bibi: „Wann denkt der schon mal?“

Erstaunlich, dass Bernhard sie zur Ordnung ruft, er teilt die Meinung doch eigentlich…
Die Szene der vier Junghexen, die gleich eine von Bibi eingeschworene Bande bilden, ist mir dann doch wieder etwas zu kindlich. Xenia hat aber immerhin eine sehr natürliche und sympathische Stimme, die sich einigermaßen von Melanie Hinze abgrenzen lässt.
Das mit der Alternativroute erinnert mich irgendwie sehr an das Heiderennen von B&T, da ist die Thematik ja recht ähnlich.
Mit dieser Folge bekommen wir einen neuen Bürgermeister-Sprecher. Es hatte sich abgezeichnet, Heinz Giese klang schon ab den 70ern nicht mehr so frisch. Trotzdem bedauerlich. Wenn ich mich richtig entsinne, verändert die neue Stimme auch den Charakter des Bürgermeisters und er kommt überhaupt nicht mehr sympathisch rüber.
So ist es hier dann auch. Stimmlich finde ich die Wahl nicht schlecht, es besteht eine gewisse Ähnlichkeit zu Giese, aber diese leicht zerstreute Note, die der Charakter immer hatte, die findet sich bei Hemmo bislang nicht, er ist mir zu ernst, zu sehr auf Antagonist sein gepolt. Aber es ist ja auch seine erste Folge, vielleicht kommt da noch was.
Mir gefällt, dass Bibi anfängt, nach der Pleite im Rathaus in andere Richtungen zu denken und beim Bauamt ansetzt, um die Pläne zu verhexen. Eigentlich ist ja klar, dass dieser Schwindel vorher auffliegen dürfte, aber irgendwo muss man ja anfangen

Benjamin hätte sich vermutlich einfach zum Demonstrieren hingestellt.
Dass Bibi in eine moralische Zwickmühle gegenüber ihren Eltern gerät, gefällt mir. Im Gespräch zwischen dem Bürgermeister und Herrn Krampe fällt die Angabe „13-15-jährige Mädchen“ - da sie von ihm kommt, weiß man natürlich nicht, ob er damit meint, dass alle vier Mädchen 15 sein könnten oder er nur einzelne von ihnen auf 15 schätzt. Denn dann hätte er sich fragen müssen, warum die alle in dieselbe Klasse gehen. Evtl. ist Xenia ja tatsächlich etwas älter.
Dass die Idee mit dem Hexenring noch im zweiten Drittel kommt, lässt darauf schließen, dass auch das noch nicht die ultimative Lösung für das Problem sein wird, das macht es durchaus etwas spannend.
Dass Bibi und Flauipaui nun just nach der Hexerei glauben, dem Bürgermeister noch gut zureden zu können, ergibt nicht so wahnsinnig viel Sinn.
Barbara ist ja eigentlich ganz gut getroffen vom Charakter her, aber dass nach Bernhard auch sie den Bürgermeister vor Bibi mehr oder weniger verteidigt („Mehr Respekt bitte!“) passt nicht so wirklich und ist eindeutig zu brav.
Die letztendliche Lösung finde ich dann doch etwas flach. Erstens haben Bibi und Co. ja immer noch mit Hexerei nachgeholfen und zweitens nehme ich es dem Hemmo-Bürgermeister nicht so wirklich ab, dass er beim Anblick der vielen Tiere plötzlich so sentimental wird. Da hätte man sicher elegantere Lösungen ohne Hexerei finden können, indem man dem Bürgermeister vor Augen führt, wie es sich für die Tiere auf der Insel anfühlt, dem Krach ausgesetzt zu sein. Man hätte die Neustädter hinzuziehen können, die auch für die Alternativroute sind und somit den Bürgermeister unter Druck setzen können. Und was ist eigentlich mit Karla? Gut möglich, dass Nelly Sand hier neue Wege gehen wollte, für Ulli Herzog war Karla die Allzweckwaffe, ohne sie konnte er ja kaum, aber ihr Fehlen ist durchaus auffällig.
Im Endeffekt schwanke ich zwischen 6 und 7 Punkten. Die Geschichte hat mir dieses Mal etwas besser gefallen, Durchhänger hat sie nicht, mit dem neuen Bürgermeister tue ich mich aber bereits sehr schwer. Es gibt ein paar gute Humoreinlagen und die Junghexen arbeiten gut zusammen, auch wenn Bibi natürlich hervorsticht. Hier und da muten Dialogpassagen etwas befremdlich an, der Schluss könnte auch besser sein, aber ich konnte der Geschichte im Gegensatz zur 88 gut folgen und fand sie auch recht interessant. Mit Blick auf meine Rangliste kann ich eine ganz knappe 7 vertreten. Ich habe ohnehin das miese Gefühl, dass ich innerhalb der nächsten 60 Folgen nicht allzu oft in die Richtung eines grünen Bewertungsbalkens schielen werde und dann sollte man es wohl erst recht honorieren, wenn eine Folge ohne große Patzer auskommt und durchgängig unterhalten kann. Der Punkt geht aber erneut an Benjamin, der Bibi immer mehr die Rücklichter zeigt. Ich bezweifle, dass sich das nochmal gravierend ändert.
7/10
Benjamin 50:39 Bibi