Bibi Blocksberg 086 – Kann Papi hexen?
Alte Bewertung: 8 Punkte
„Papi! Guck dir mal diesen Zug hier an!“
„Das ist kein Zug, Bibilein, das ist ein alter Schienenwagen der Baureihe…“
„Papi! Der Zug!“
„Der Schienenwagen!“
„Ja doch!“
Eine der wenigen Ü80-Folgen, der ich doch einiges abgewinnen konnte, nach vier schwachen Folgen in Folge hat die Serie so eine Folge im grünen Bereich auch wirklich mal wieder nötig.
Der Anfang ist schon etwas hingebogen. Wann hat Mania jemals etwas nicht bemerkt? Eigentlich müsste Schubia das wissen. Ist natürlich auch fragwürdig, ob ein so altes Hexbuch, das noch gar nicht für die Junghexen bestimmt ist, dann überhaupt bei den Hausaufgaben helfen könnte, schließlich verstehen Bibi und Schubia den Inhalt ja nicht mal. Das ist ungefähr so, als würde man für Bio-Hausaufgaben in der 5. Klasse ein Fachbuch für Abiturienten benutzen
Wie Bernhard von seiner Modelleisenbahn spricht, gefällt mir und dass Barbara Bibi und Schubia erwischt und ermahnt, mag ich auch sehr. Dummerweise ist der Schaden bereits angerichtet, wie sich bald herausstellt.
An dieser Stelle muss man natürlich sagen: Die Story wäre vermutlich nicht von Donnelly gekommen, sie wirkt schon sehr wie FanFiction. Ein nicht-hexischer Mann kann mit einem alten Hexspruch so mir nichts dir nichts von einer Junghexe zum Hexer gemacht werden, der keinerlei Sprüche auswendig können muss? Man muss sich dann halt entscheiden, ob man so eine Story einfach nicht schreiben kann, weil sie nicht so recht zu dem passt, was die Serie bislang erzählt hat oder ob ich das in Kauf nehme und dafür versuche, das mit dem Rest der Story auszugleichen.
So wirklich viel passiert ja erstmal nicht, quasi die ganze Zeit befindet man sich bei Blocksbergs zu Hause, aber Guido Weber trägt die Folge einfach maßgeblich, es macht Spaß, ihm beim Hexen zuzuhören, es war ja quasi auch seine Wunschfolge kurz vor seinem Abgang und es würde mich nicht wundern, wenn er auch im realen Leben Modelleisenbahn-Fan gewesen wäre.
Man nimmt Bonaséwicz die Panik richtig ab. Sie will es unbedingt vor allen verheimlichen, dass sie Mist gebaut hat und den Fehler selber ausmerzen, muss aber dazu noch hinter ihrem Vater ohne Hexkraft aufräumen und ihrer Mutter etwas vorschwindeln, während Bernhard das Ganze mit Humor nimmt („Tatsächlich? Da muss ich mich wohl verhext haben!“). Das gefällt mir richtig gut.
„Think Big muss unser Motto heißen“

Natürlich wird Bernhard früher oder später größenwahnsinnig, was eine schöne Steigerung ist. An dieser Stelle hätte man aber gerne noch eine Stufe weiter gehen können, denn die Lok stellt ja fast keine echte Bedrohung dar und Bibi gibt sofort verzweifelt auf. Immerhin baut man nochmal einen kleinen Spanungsmoment ein, als die Lok freie Fahrt bekommt, aber auf den letzten Metern geht der Folge dann doch etwas die Puste aus. Das ist eben das Problem, wenn man den perfekten Zeitpunkt verpasst, von Humor auf Spannung umzuschalten. Die Folge ist sehr amüsant und unterhaltsam, aber zu dem Zeitpunkt, als das Ganze dann aus dem Ruder läuft, halt auch schon fast zu Ende. Zudem beschränken sich Bernhards Hexereien halt ausschließlich auf die Modelleisenbahn, ein bisschen mehr Variation wäre cool gewesen. Das ist so eine Folge, die hätte ich mir eher als Zweiteiler vorstellen können und Bernhard nutzt den zweiten Teil für Hexereien im Alltag. Aber die Zweiteiler-Zeit ist wohl vorbei…
Fazit: Cool, wenn auch mit gewissen Makeln, aber in der Folgenregion definitiv ein Highlight. Eine gelungene, auf Weber ausgerichtete Geschichte. Darauf sollte man aufbauen. Bibi kriegt den Punkt.
8/10
Benjamin 48:38 Bibi