Eine Folge, bei der mich nicht überrascht, dass sie bisher so wenig Resonanz hat. Hat bei mir auch keinen besonders starken Eindruck hinterlassen, weder im Positiven noch im Negativen.
Achtung, Spoiler
Den Anfang fand ich direkt schwach, weil ich Tina (bzw. Dorette Hugo) das Wettreiten nicht so recht abkaufe. Dann bricht sie ab, weil ihre Satteltasche reißt. Ob das noch eine Relevanz für die Folge hat, weil sie durch das Loch in der Tasche zum Beispiel ihr Handy verliert und sie dann keine Hilfe rufen können? Nein. Nein, es spielt einfach gar keine Rolle für die Handlung. Warum?? Das war übrigens auch die einzige Szene, in der Pferde vorkommen. Ich bekomme langsam das Gefühl, dass Anna Haslehner überhaupt nichts mit Pferden anfangen kann und eigentlich lieber für Bibi Blocksberg geschrieben hätte.
Wie dem auch sei, Bibi und Tina wollen einen Testlauf für ihre Schatzsuche machen. Ist ein Testlauf nicht etwas früh, wenn man sich offenbar noch gar keine Route überlegt hat? Und es ist ja wichtig, WO die Zettel versteckt sind, weil die Mädels sich die Koordinaten aufschreiben müssen. Nebenbei: Ich fand ein bisschen witzig, dass Kiddinx hier das Thema Geocaching entdeckt. Klar, das gibt es immer noch und macht immer noch Spaß, aber der Hype ist halt schon ca. 15 Jahre her.
Beim Zelten fand ich die Atmosphäre ganz nett, aber der wirklich gemütliche Part (mit Pferdequartett und Comics lesen) wird nur kurz vom Erzähler wiedergegeben. Während die Mädchen sich auf Schatzsuche machen, darf Förster Buchfink endlich von der Tagung nach Hause fahren, von der er anscheinend dachte, dass sie nur so höchstens drei Stunden geht (wie das mit Tagungen immer so ist). Wie gewohnt sind Wettervorhersagen im Großraum Falkenstein extrem unzuverlässig und es schleicht sich ein Gewitter an.
Bibi und Tina suchen Zettel. Förster Buchfink sucht auch Zettel. Als Kind mochte ich Schnitzeljagd-Geschichten sehr gerne, vor allem wenn man miträtseln kann, aber das kann man hier nur bei der ersten Frage und irgendwie ist gar keine Spannung in dem Ganzen. Vielleicht weil Bibi und Tina sich die Schnitzeljagd selbst ausgedacht haben und weil der Förster ja gar nicht hinter dem Schatz her ist und das macht das Ganze Schnitzeljagd-Element irgendwie irrelevant. Die Buchfink-Monologe sind auf Dauer anstrengend und ich glaube, die Folge hätte sich viel weniger zäh angefühlt, wenn man seine Szenen alleine einfach ersatzlos gestrichen hätte.
Langsam wird es so dramatisch, dass Bibi und Tina sogar bemerken, dass es gewittert. Und ihre erste Amtshandlung ist daraufhin, auf einen einzelnen Baum mitten auf einer freien Fläche zu klettern. Also echt, dass sie die handelsüblichen Baummarkierungen als Hexenzeichen interpretieren, okay, aber SO doof sind die doch nicht. Die Spannung bleibt trotzdem überschaubar, auch weil irgendwie alles nicht zusammen passt: Plötzlich wird mal eben ein Baum entwurzelt, obwohl es ja anscheinend gar nicht so doll stürmt, sondern die Gefahr in erster Linie vom Gewitter ausgeht.
Positiv hervorheben muss ich den Hexspruch mit dem Leihgefieder, den fand ich clever. Aber einen Faraday’schen Käfig kann Bibi nicht hexen, weil Tina das Wort nicht einfällt. Vielleicht hätte Tina ja einfallen können, dass ein Auto ein Faraday’scher Käfig ist, dann hätte Bibi einfach ein Auto hexen können und sie hätten nicht durchs Gebüsch hüpfen müssen. A propos Auto herhexen: Nein, dafür braucht Bibi nicht die Schlüssel. Leute, lernt mal die basic Regeln eurer eigenen Serie: Ein Gegenstand kann hergehext werden, wenn die Hexe genau weiß, wo er ist.
Schließlich taucht der Förster auf – große Überraschung bei allen außer den Zuhörenden, denn wir haben ungefähr die Hälfte der Folge damit verbracht, ihm zuzuhören, wie er seinen Hund volllabert. Damit sich das Wissen von Anfang der Folge festigt, wird es jetzt noch einmal wiederholt, schließlich sollen die blöden Kinder ja was lernen – das ist bei dieser Folge sehr wichtig, weil sie vom Unterhaltungsfaktor halt nicht viel hergibt. Und dann zieht es sich immer noch mehrere Minuten, bis die Geschichte vorbei ist. Für die volle Dröhnung Was ist Was gibt es noch den Bonustrack und ganz ehrlich: Kiddinx, seht doch mal ein, dass das mit den Bonustracks Müll ist. Wenn ihr die Infos nicht in die Folge eingebaut bekommt, dann liegt das vielleicht daran, dass sie nicht relevant sind, und dann wird sie sich auch keine Katze merken.
Ich bin jetzt zum Ende ein bisschen gemein geworden – wie anfangs geschrieben, ich finde die Folge eigentlich weder besonders gut noch besonders schlecht. Kann man mal hören, kann man aber ganz ehrlich auch ersatzlos aus der Reihe streichen und das ist irgendwie schade. Schnitzeljagd ist doch toll und Nachtatmosphäre ist toll und Gewitter ist toll. Aber man muss halt mehr draus machen als eine zu lange Lehrstunde über Waldtiere und ein bisschen erzwungene Dramatik. Es muss doch auch überhaupt nicht immer Lebensgefahr sein und in den Bibi-und-Tina-Geschichten funktioniert das ganz oft einfach nicht, weil Bibi halt hexen kann. Aber es gibt halt auch andere Plot Devices, um Spannung zu erzeugen. Ich hoffe, dass Haslehner da in Zukunft mehr auf zwischenmenschliche Konflikte geht (jetzt auch nicht unbedingt so wie bei Holger in Love, aber das war zumindest mal was anderes).