Benjamin Blümchen 071 – Alle meine Freunde
„Hinterm Busch guckt hervor ein kleines Schwänzchen…“
Auf die zweite Liederfolge freue ich mich nicht so wie auf die erste, weil hier nur noch unbekannte Songs dabei sind. Spätestens diese Folge hätte man auch auslagern müssen, weil kein Lied in einem Hörspiel vorkommt.
01 – Alle meine Freunde
Erster Eindruck: Chor ist neu. Mäh, gefällt mir nicht. Benjamin und der Chor zusammen harmonieren null. Das Lied ist okay, der Beat auch, die Einspieler nett. Kann man hören, aber irgendwie recht lang. Bleibt aber immerhin einigermaßen hängen. Als Opener passend.
7/10
02 – Benjamin, der Wetterelefant
Boah, nee. Reggae schön und gut, aber diese langgezogenen Töne gehen ja mal gar nicht. Kommt das Lied echt in der TV-Folge vor? Ich finde, es passt überhaupt nicht in die Folge. Der Chor stößt hier schon arg an seine Grenzen und nervt eher. Dass man das Lied ausfaded, wundert mich überhaupt nicht, da hat irgendwer irgendwann gedacht: „So, nun muss auch mal gut sein“. Die Instrumentalisierung geht in Ordnung, deshalb kein Totalausfall, aber gesanglich… und dann diese Reim-dich-oder-ich-fress-dich-Texte: Barometer auf Thermometer – ernsthaft? Nee, next one, please!
3/10
03 - Benjamin, der Gärtner
Mit einem Wort: Langweilig. Benjamin tut so, als wäre er das ganze Jahr Gärtner, die Strophen sind öde, auch das Lied ist viel zu lang und viel mehr als die Schwänzchen-Zeile bleibt auch nicht hängen. Die Wörter füllen die Zeilen teilweise nur mühsam, ganz schlimm ist der Gesang von „Drum wird er Ben-jamin BLÜMchen … genannt!“
Ja, die Melodie ist vielleicht ganz harmonisch, löst bei mir aber echt nichts aus. Das Solo zwischen den beiden Strophen ist noch mit das Beste am Lied.
4/10
04 – Zoodirektor Benjamin
So langsam frage ich mich, warum man die Folge eingeschoben hat. Man musste keinen Sprecherwechsel überbrücken, Ulli Herzog war am Drücker – was war das Problem? Das hier ist auch absolut 0815, null Wiedererkennungswert, irgendwie wild zusammengeklöppelt, sogar das Instrumental klingt müde. Bei nem Konzert würden die Kinder einschlafen und es ist noch nicht mal ne Ballade. Der Chor arbeitet sich konzentriert und abgehackt von Silbe zu Silbe und vergisst dabei, dass man beim Singen auch Gefühle zeigen darf. Gibt es hier überhaupt nen Refrain? Keine Ahnung, denn es bleibt nichts hängen. Gar nichts.
2/10
05 – Piratenlied
Vielleicht sollte mal jemand klarstellen, dass man mit den Instrumenten ein wenig variieren muss, wenn verschiedene Stimmungen eingefangen werden sollen. Hier macht man nicht mehr als unbedingt nötig, um eine Piraten-Atmosphäre zu kreieren. Reicht nicht wirklich, klingt billig. Der Text arbeitet sich an sämtlichen Klischees ab und ist teilweise echt ungewohnt derb für Benjamin („missraten“, „kümmert uns nen Dreck“). Kann mir gar nicht vorstellen, dass Ott das gerne eingesungen hat. Mannomann, wo hat man denn die Qualität der ersten Liederfolge gelassen, so weit ist die ja nun nicht her! Das Problem ist aber auch, dass Benjamin und der Chor alles alleine machen müssen, das war bei der ersten Liederfolge nicht so extrem.
4/10
06 – Schnuff, schnuff, schnuff, die Eisenbahn
Einmal mehr eine reichlich verschlafene und behäbige Instrumentalisierung, aber dieses Mal macht man dank bekannter Melodie noch das Beste draus, da bleibt etwas mehr hängen. Leider zeigt erst das Ende, dass die Nummer auch schneller gegangen wäre. Empfiehlt sich jetzt auch nicht für mehr als zwei Mal hören, aber auf dieser Platte definitiv als Lichtblick zu sehen.
6/10
07 – Schatzfieber
Was zur Hölle? Das ist doch nicht ernst gemeint… Entweder man erzählt was oder man singt, aber das? Der Refrain ist auch peinlich. Da rettet auch die Melodie absolut nichts mehr, das Ding ist schrecklich.
1/10
08 – Benjamin, der Bademeister
Mir fällt langsam nichts mehr dazu ein. Wer das komponiert hat, hatte offensichtlich 24 Stunden Zeit oder so. Geht es vielleicht noch langweiliger, mit noch weniger Ecken und Kanten? Na ja, wir haben ja noch vier Lieder vor uns…
2/10
09 – Der Doktor-Elefant
Müde. Der Chor ist müde. Gebt dem Chor mal n bisschen Koffein! Benjamin singt/spricht in schaurigen Reimen auf irgendein monotones Midi-Instrumental. Und mein Kopf sinkt laaaaaangsam auf die Tischplatte…
Ey, ist das ne Hypnose-Therapie hier? Meine Güte, was ist das? WO ist die Stimmung, wo sind Otto, Karl, Herr Tierlieb, Karla, der gute Chor, die guten Texte, die einprägsamen Melodien? HALLO? Wer damit gesund wird, war nie krank.
1/10
10 – Benjamin, der Starreporter
Jawollo, wir machen langsam wieder ein paar Schritte nach oben! (Nun ja, anders wäre auch irgendwie schockierend). Der Beat ist zwar immer noch sehr zaghaft, aber hat wieder mehr Tempo, Benjamin powert wieder etwas mehr, zwar hält das Lied das Interesse nicht ganz bis zum Schluss oben, aber ich habe es grundsätzlich nicht ungern ein zweites Mal gehört. Kann man sich geben.
6/10
11 – Sicher zur Schule
Gerade im Bereich Verkehrs-Kinderlieder habe ich einen gewissen Anspruch, seit ich die CD von Fredi Futuristisch kenne, den Ampelsong kann ich heute noch mitsingen. Das hier ist in Ordnung, tut nicht weh, dürfte aber auch wenig hängen bleiben. Die Melodie ist wieder angenehmer zu hören und Benjamin erklärt den Verkehr wieder etwas enthusiastischer. Eine der besseren Nummern, die aber auch kein Knaller ist.
5/10
12 – Benjamin und der Computer
Ich bin mal großzügig und überhöre Benjamins erste sehr grenzdebil anmutende Strophe (Er hat das Gefühl, dass er was haben will, wenn er im Laden die große Auswahl sieht – Wow!). Denn davon abgesehen ist das Lied wenigstens einigermaßen am Vibe der Songs von der 67 dran, das Instrumental macht Spaß, der Chor ist nicht ganz so monoton unterwegs, Benjamin spielt seine Verzweiflung und der Chorus ist eingängig. Das Lied weist zum Ende hin sogar einen Twist auf, den die Melodie mitmacht und die letzten Zeilen passen wunderbar: Benjamin will Otto wiedersehen. Ich hätte nie gedacht, das mal am Ende einer Folge zu sagen, aber: Ich will das auch.
8/10
Gesamt: 49/120 = 4,08 Punkte
Fazit: Ein desolates Ergebnis. Vom Gefühl her würde ich eigentlich sogar eher 3 Punkte geben. 7 Songs mit maximal 4 Punkten, kein einziger sehr guter Track und kaum Lieder mit einprägsamen und angenehmen Melodien. Von der liebevollen und eingängigen Inszenierung der meisten Lieder in der 67 sind 11 von 12 Songs hier weit entfernt. Die Beats powern nicht, die Texte sind teilweise echt dämlich, der Chor wirkt mit jedem Song noch gelangweilter und arbeitet sich bemerkenswert emotionslos und stoisch von Silbe zu Silbe, Benjamin muss das Kind ganz alleine schaukeln, singt teilweise nicht mal mehr und meine absoluten Tiefpunkte „Schatzfieber“ und „Der Doktor-Elefant“ haben mir echt die Sprache verschlagen. Als Einschlafhilfe sicher eine perfekte Zusammenstellung, ansonsten eine Katastrophe. Dafür gibt es absolut keinen Applaus. Eine KI hätte es nicht schlechter machen können.
4/10
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